Intel kündigt Vertriebsstart von PCs auf Core M-Basis an

Intel stellt auf der IFA seine neue Plattform Core M vor. Wir sprachen mit Intel-Geschäftsführer Christian Lamprechter über die ersten sechs Hersteller, die mit Core M an den Start gehen, und die Zukunft des Desktops.

ChannelObserver: Welche Bedeutung hat die IFA für Intel? Sie nutzen die Messe in Berlin ja auch, wie einige andere Hersteller, um neue Produkte anzukündigen.

Lamprechter: Die IFA gewinnt für Intel zunehmend an Bedeutung. Hier findet beispielsweise der weltweite Launch des neuen Core M-Prozessors statt. ODMs werden erste Geräte auf Core M-Basis ab sofort für den Channel bereitstellen. Die Produkte sind keine 9 Millimeter dick und kommen erstmals ohne Lüfter aus. Wir legen die Preise zwar nicht fest, das übernehmen die Hardware-Hersteller, doch das „2 in 1“-Modell sollte preislich in der Region von Premium-Tablets für rund 900 Euro angesiedelt werden. Ab Oktober werden die ersten Modelle von sechs Herstellern an den Channel ausgeliefert werden: Dabei sind Acer, Lenovo, Asus, Dell, HP und Toshiba.

ChannelObserver: Der PC-Markt befindet sich nach wie vor auf einem Erholungskurs. In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) legte der Absatz im zweiten Quartal um 15,6 Prozent zu, so die Zahlen des Marktforschungsinstituts Context. Können wir auch in den kommenden Monaten mit einer steigenden Nachfrage rechnen?

Lamprechter: Wir sehen unterschiedliche Signale. Ein Wachstum von über 40 Prozent, wie wir es zuletzt in einigen Monaten hatten, wird nicht anhalten. Im Herbst werden anstehende Ausschreibungen aber für neue Impulse sorgen. Es wird noch einige Zeit einen Refresh-Zyklus, sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld, geben. Schließlich sind mittlerweile 600 Millionen PCs älter als vier Jahre. Ich gehe für die Zukunft von zweistelligen Wachstumsraten im gesamten Computing-Bereich aus. Dabei handelt es sich also um eine Steigerung über sämtliche Formfaktoren. Der Desktop wird dabei seine Relevanz behalten. Der Channel erschließt in diesem Segment neue Geschäftsmodelle und Formfaktoren, beispielsweise im Bereich Digital Signage. In vertikalen Märkten kann man sich mit Desktop-Anwendungen differenzieren. Hier hat der Handel mit den neuen Plattformen noch sehr gute Entwicklungschancen. Im Desktop-Bereich muss somit über die reine Office-Anwendung hinausgedacht werden. Darüber hinaus werden die Grenzen zwischen den Gerätekategorien zunehmend verschwinden.

ChannelObserver: Und bei den Tablets wird sich das Wachstum künftig weiter abschwächen?

Lamprechter: Jetzt sprechen viele Nutzer nicht mehr über den Tod des Desktops, sondern über Absatzprobleme bei Tablets. Wir können aber keine Kannibalisierung zwischen Notebook und Tablet feststellen. Das ist ein komplementäres Modell. Außerdem identifizieren sich zunehmend mehr Consumer wieder mit einem Notebook. Wachstumsraten wird es in beiden Bereichen geben.

ChannelObserver: Ein neuer Formfaktor ist auch die Mini-PC-Plattform NUC. Hier soll es in der Vergangenheit Lieferschwierigkeiten gegeben haben.

Lamprechter: Nach der CeBIT gab es eine Produktknappheit. Wir hätten also mehr verkaufen können. Von einer Stagnation in diesem Segment kann man jedoch nicht sprechen. Die kurzfristige Delle war nicht besorgniserregend. Der Channel investiert auch in diesem Segment schrittweise in vertikale Märkte.

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