Chiphersteller TSMC verbucht sprunghafte Nachfrage

Der taiwanesische Chiphersteller TSMC ist im ersten Quartal schneller gewachsen als vom Markt erwartet.

Der taiwanesische Chiphersteller TSMC ist im ersten Quartal schneller gewachsen als vom Markt erwartet. Das Unternehmen profitierte von einer steigenden Nachfrage nach KI-Servern und Smartphones, außerdem machten sich Vorzieheffekte vor Inkrafttreten der US-Zölle bemerkbar. Elektronikhersteller bauten in Erwartung von Handels- und Versandunterbrechungen Waren in US-Lagern auf. TSMC steigerte den Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um knapp 42 Prozent auf 839,25 Milliarden Taiwan-Dollar (25,5 Mrd US-Dollar/23,1 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in Hsinchu mitteilte. Es ist das stärkste Wachstum seit 2022. Analysten hatten 830,5 Milliarden Taiwan-Dollar erwartet.

Das Unternehmen selbst hatte zuletzt im Februar angegeben, wegen eines Erdbebens in Taiwan Erlöse eher am unteren Ende der bekannten Spanne von 25 bis 25,8 Milliarden US-Dollar zu erwarten. Die vollständigen Zahlen sollen kommende Woche veröffentlicht werden. TSMC ist der wichtigste Chipzulieferer der Tech-Unternehmen Apple und Nvidia.

Die Ergebnisse deckten sich mit wachsenden Bedenken darüber, wie Zölle die Nachfrage nach Elektronikprodukten wie dem iPhone künftig erst einmal beeinträchtigen könnten. Am Wochenende etwa stürmten die Amerikaner die Geschäfte, um noch die begehrten Apple-Geräte zu erhaschen, da sie befürchteten, die Preise könnten aufgrund der Mehrkosten steigen. Im März kündigten TSMC-Chef C.C. Wei und US-Präsident Donald Trump gemeinsam zusätzliche Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in die Chipproduktion in den USA an. Das Weiße Haus hat sich auf die Fahnen geschrieben, Produktion wieder ins eigene Land zu holen.

Generell gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass sich die Investitionen in Rechenzentren und KI-Chips etwas verlangsamen könnten. Microsoft beispielsweise hat Projekte weltweit zurückgefahren. Einige Analysten warnten, dass TSMC mit Blick auf die globale Unsicherheit und die potenziellen wirtschaftlichen Folgen sein Umsatzziel für das laufende Jahr womöglich senken müsse. Bislang erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mittleren 20-Prozent-Bereich. Trumps Drohungen, Zölle auf Halbleiterimporte zu erheben, trüben die Aussichten des Unternehmens, wobei unklar ist, ob und wann diese kommen könnten.

Dennoch bleibt TSMC weltweit führend in der Produktion von Halbleitern für Künstliche Intelligenz und Smartphones. Dies könnte die Auswirkungen von Zöllen oder Handelsunterbrechungen abfedern. Bislang haben Tech-Konzerne wie Alphabet oder Meta auch noch nicht erkennen lassen, dass sie ihre milliardenschweren Investitionspläne in KI revidieren könnten. (dpa)

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