Adobe verliert Top-Manager

Der US-Softwarekonzern Adobe Systems hat trotz unerwartet hoher Umsatzziele seine Anleger wegen eines weiteren Managementwechsels nicht besänftigen können.

Der US-Softwarekonzern Adobe Systems hat trotz unerwartet hoher Umsatzziele seine Anleger wegen eines weiteren Managementwechsels nicht besänftigen können. Zwar geht der Konzern im laufenden dritten Quartal von mindestens knapp 6,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und damit mehr aus, als Analysten ihm zugetraut hatten. Doch verlässt mit Finanzchef Dan Durn ein weiterer Topmanager schon kommende Woche den Spezialisten für Software zur Mediengestaltung, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss in San Jose mitteilte. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel.

Im März hatte bereits der langjährige Chef Shantanu Narayen seinen Abgang verkündet. Anleger sind wegen der drohenden Konkurrenz von KI-Software ohnehin nervös, die Aktie verlor nachbörslich 6 Prozent auf 207 Dollar. Experte Gil Luria vom Analysehaus D.A. Davidson sagte im Finanzsender Bloomberg TV, der Zeitpunkt des Abgangs vom Finanzchef sei unglücklich, während das Unternehmen bereits nach einer Nachfolge für den Chefposten suche. Mit diesem Umstand fühlten sich Investoren nicht wohl. Durn wechselt zum Halbleiterkonzern Marvell Technology.

In diesem Jahr hat der Adobe-Aktienkurs im Haupthandel bereits über ein Drittel an Wert eingebüßt. Im Frühjahr 2024 wurden gar noch mehr als 600 Dollar gezahlt. Adobe gehörte zu den frühen Vorreitern von Abo-Modellen für Softwarenutzung. Dieses Geschäftsmodell ist zuletzt stark unter Druck gekommen, weil aufkommende KI-Tools als gefährliche Konkurrenz für die Apps der etablierten Anbieter gelten.

Da half es auch nichts, dass Adobe seine Jahresprognosen für Umsatz und bereinigten Gewinn je Aktie anhob und die Resultate im abgelaufenenen zweiten Quartal besser ausgefallen waren als von Experten gedacht. (dpa)

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