Nokia verdient dank KI-Strategie mehr als erwartet

Der Netzwerkausrüster Nokia hat im ersten Quartal den operativen Gewinn gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen.

Der Netzwerkausrüster Nokia hat im ersten Quartal den operativen Gewinn gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen profitierte dabei weiter von der Nachfrage nach Cloud- und Netzwerkinfrastruktur für die Anbindung von KI-Rechenzentren. Der bereinigte operative Gewinn stieg um über die Hälfte auf 281 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Espoo mitteilte. Damit wurden die Erwartungen von Analysten im Mittel deutlich übertroffen. Der Quartalsumsatz kletterte um zwei Prozent auf 4,5 Milliarden, was leicht unter den Markterwartungen liegt. An der Börse kamen die Nachrichten gut an.

Für die Aktie ging es zuletzt kräftig um gut zehn Prozent nach oben. Damit notierte sie auf dem höchsten Stand seit Mai 2010. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Nokia-Aktie nahezu verdoppelt, angetrieben von der Zuversicht der Anleger in die KI-Strategie des Konzerns.

Im wichtigen Segment Netzinfrastruktur stieg der Umsatz im Quartal organisch um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Bereich Mobilfunknetze um drei Prozent.

Nokia habe „einen soliden Start in das Jahr“ hingelegt, sagte Konzernchef Justin Hotard. Das Unternehmen bewege sich „oberhalb der Mitte“ seiner Jahresprognose für den bereinigten operativen Gewinn von zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro. Zwar stamme der Großteil der Erlöse weiterhin aus dem traditionellen Geschäft mit mobiler Infrastruktur, ein wesentlicher Teil des Wachstums komme jedoch von Kunden aus den Bereichen KI und Cloud, so Hotard.

Ende vergangenen Jahres hatte Nokia seine Struktur verschlankt und den Fokus stärker auf die Vernetzung von Rechenzentren gelegt, um von dem weltweiten KI-Investitionsboom zu profitieren. Zuvor stand vor allem die Lieferung von Netztechnik für Mobilfunkbetreiber im Mittelpunkt, ein Bereich, der zuletzt stagnierte, weil erwartete Investitionen der Netzbetreiber ausblieben.

Der US-Chiphersteller Nvidia war im vergangenen Jahr mit einer Beteiligung von einer Milliarde US-Dollar bei Nokia eingestiegen und liefert dem Konzern KI-gestützte Rechner für drahtlose Netze. Ende 2026 sollen laut Konzernchef Hotard Kundentests starten, wobei sich zehn Kunden bereits zur Zusammenarbeit mit Nokia verpflichtet hätten. (dpa)

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