IBM enttäuscht mit Umsatzrückgang

Beim IT-Dino IBM ist der lang ersehnte Wachstumskurs nach nur drei Quartalen schon wieder vorbei. Die Anleger reagieren enttäuscht.

Ein schwächeres Server-Geschäft und ungünstige Wechselkurse haben den Aufschwung beim Computer-Urgestein IBM im Sommerquartal vorerst wieder beendet. In den drei Monaten bis Ende September gingen die Erlöse im Jahresvergleich um gut zwei Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar (15,6 Milliarden Euro) zurück, wie der 107 Jahre alte IT-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte Experten hatten mit einem höheren Umsatz gerechnet. Anleger reagierten enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um rund fünf Prozent fallen. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Kurs der Papiere bereits um 5,4 Prozent eingebüßt, während der US-Aktienmarkt insgesamt deutlich im Plus steht. Der Quartalsgewinn von IBM sank um 1,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar, fiel damit aber noch etwas besser als erwartet aus. Trotz des durchwachsenen Vierteljahres hielt der Konzern an seinen Gewinnzielen für das Gesamtjahr fest und stellt weiterhin ein bereinigtes Ergebnis von mindestens 11,60 Dollar pro Aktie in Aussicht.

In den drei Vorquartalen hatte IBM die Erlöse nach fast sechsjährigem Abwärtstrend erstmals wieder steigern können. Der Konzern hat einen tiefgreifenden Umbau hinter sich und setzt nun stark auf neuere Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz. Doch auch hier lief es zuletzt nicht wie erhofft. Das Cloud-Geschäft schaffte zwar ein zehnprozentiges Umsatzplus, blieb damit aber deutlich hinter dem zwanzigprozentigen Anstieg im Vorquartal zurück. Besonders schwach schnitt die Sparte «Cognitive Solutions», zu der unter anderem IBMs Supercomputer Watson gehört, im vergangenen Quartal ab – hier gaben die Erlöse um sechs Prozent nach. Zwischenzeitlich hatte sich auch die klassische Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern wieder deutlich besser entwickelt – im Vorquartal legte der Umsatz sogar um ein Viertel zu. Doch zuletzt gab es hier kaum Zuwächse. IBM hat zudem Probleme mit dem starken Dollar, der die internationalen Einnahmen drückt. Der US-Konzern macht den Großteil seines Umsatzes im Ausland. (dpa)

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