Infinigate: «Es war ein herausragendes Jahr»

Der Value Added Distributor Infinigate blickt trotz eines schwieriger gewordenen Cybersecurity-Marktes auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Beim Sommerfest in Hamburg zog die Geschäftsführung Bilanz.

Das Marktumfeld in der Cybersecurity-Branche hat sich spürbar abgekühlt. Wo früher Wachstumsraten von 25 Prozent an der Tagesordnung waren, herrscht im Gesamtmarkt derzeit kaum noch Bewegung. Geopolitische Krisen und eine deutliche Investitionszurückhaltung im deutschen Mittelstand hinterlassen ihre Spuren. Laut Infinigate-Deutschlandchef Falk Schwarzenberg traf die Flaute das Security-Segment zwar als letztes, doch die Auswirkungen seien spürbar.

Dennoch zieht Infinigate für das abgelaufene Geschäftsjahr eine positive Bilanz. «Es war ein herausragendes Jahr in Deutschland», betont Schwarzenberg am Rande des traditionellen Infinigate-Sommerfests in der Hamburger Location StrandPauli. Für den Manager, der im vergangenen Jahr vom Konkurrenten Also gekommen war, ist es das erste Sommerfest mit Infinigate gewesen.

Die Basis im Channel sei mit rund 4.800 kaufenden Partnern in Deutschland weiterhin extrem stark. Zudem sei die Integration der übernommenen Nuvias operativ komplett vollzogen worden. Für die Partner sei es inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden, direkt über Infinigate zu bestellen. Infinigate hatte die Akquisition von Nuvias im Jahr 2022 abgeschlossen.

Managed Services als Krisengewinner

Als echter Wachstumstreiber in schwierigen Zeiten erweisen sich die Cloud- und Dienstleistungsmodelle. Der Bereich Managed Services legte bei Infinigate um rund 20 Prozent zu. Um das Portfolio kontinuierlich an die Marktveränderungen anzupassen, setzt der VAD auf gezieltes Scouting. Udo Schillings ist im Unternehmen dafür verantwortlich, neue, innovative Hersteller an Bord zu holen und strategische Lücken im Sortiment zu schließen. Ein aktuelles Beispiel für diese Strategie ist die Aufnahme des Hyperautomation-Anbieters Torq.

«KI First» statt reinem Box-Moving

Das Kernthema der Zukunft ist unumstritten Künstliche Intelligenz (KI). Das offizielle Motto des Distributors lautet ab sofort «KI First». Hersteller würden KI verstärkt einsetzen, um eigene Prozesse zu beschleunigen – gleichzeitig müssten Unternehmen jedoch auch massiv darin investieren, sich vor dem Missbrauch zu schützen. Für Infinigate bedeutet diese technologische Evolution auch einen Wandel des eigenen Geschäftsmodells. Das Prinzip lautet: Weg vom reinen «Box Moving» und hin zu echtem Partner-Enablement.

Infinigate unterstützt seine Reseller intensiv dabei, die neuen Technologien zu verstehen und beim Kunden zu implementieren. In diesem Zuge könnte im Bereich KI auch ein integriertes Plattform-Modell sinnvoll werden, um Services und Herstellerlösungen noch effizienter zu bündeln, betonen die beiden Infinigate-Manager.

Dass die Stimmung im Channel gut ist, bewies auch das Sommerfest an der Elbe: 18 ausstellende Hersteller und rund 350 geladene Besucher machten den Event in Hamburg zu einem Erfolg und nutzten die Gelegenheit für intensives Networking. So wurde bis spät in den Abend hinein bei Cocktails und einem Grillbuffet angeregt miteinander diskutiert und gefeiert.

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