CXMT steigt zu Chinas wertvollstem Börsenkonzern auf

Während die Sorge vor zu hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur den bisherigen Platzhirsch Tencent an der Börse belastet, profitiert Chiphersteller CXMT genau von diesem Boom.

Ein erst seit wenigen Wochen an der Börse gehandelter Chiphersteller ist zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas aufgestiegen. Changxin Technology (CXMT) löste den Internetkonzern Tencent an der Spitze ab.

Am Donnerstag kam CXMT auf einen Börsenwert von umgerechnet rund 455 Milliarden Euro. Tencent war nach Kursverlusten noch etwa 442 Milliarden Euro wert. Am Freitag baute der Chiphersteller seinen Vorsprung zunächst aus.

Tencent bleibt beim Umsatz deutlich größer

Beim Umsatz ist Tencent weiterhin wesentlich größer. Der vor allem für seine Messenger- und Bezahl-App WeChat sowie für Computerspiele bekannte Internetkonzern nahm im ersten Halbjahr 401 Milliarden Yuan ein, umgerechnet rund 52 Milliarden Euro. CXMT hatte für denselben Zeitraum 110 bis 120 Milliarden Yuan prognostiziert und damit weniger als ein Drittel des Tencent-Umsatzes.

Die hohe Bewertung hängt vor allem mit den Erwartungen an den Boom bei Künstlicher Intelligenz zusammen. Für den Bau von KI-Servern und Rechenzentren werden große Mengen an Speicherchips benötigt. Zugleich ist das Angebot knapp. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sind die Preise für sogenannte DRAM-Chips deshalb stark gestiegen.

Speicherchipmangel treibt das Geschäft

CXMT ist Chinas größter Hersteller solcher Chips. Nach eigenen Angaben liegt der Konzern bei der Produktionskapazität weltweit auf Rang vier. Der Abstand zu den Marktführern Samsung, SK Hynix und Micron ist jedoch weiterhin groß.

Der Mangel und die höheren Preise lassen das Geschäft derzeit rasant wachsen. Zum Sprung vorbei an Tencent trug aber auch die Schwäche des bisherigen Spitzenreiters bei. Tencent investiert kräftig in Rechenzentren und KI. Zuletzt belastete jedoch die Sorge vor zu hohen Ausgaben den Aktienkurs.

Peking setzt auf heimische Chips

Der Aufstieg von CXMT passt zu Pekings Ziel, China bei Halbleitern unabhängiger vom Ausland zu machen. Die USA beschränken seit Jahren die Lieferung moderner Chips und Fertigungsanlagen nach China. Zu den großen CXMT-Aktionären gehören staatliche chinesische Fonds und regionale Beteiligungsgesellschaften. (dpa)

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