Softwarewerte erholen sich weiter – SAP überwinden Chart-Hürde

Die Aktien von Softwareunternehmen haben am Montag in den Indizes der Dax-Familie zu den größten Gewinnern gezählt.

Die Aktien von Softwareunternehmen haben am Montag in den Indizes der Dax-Familie zu den größten Gewinnern gezählt. In einem von weiteren Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld konnten hierzulande SAP, Nemetschek und Teamviewer ihre jüngste Erholung fortsetzen. Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor, dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht vornehmlich die Geschäftsmodelle der Software-Hersteller bedroht, sondern auch Chancen bietet.

So gewannen die Aktien des hiesigen Branchenprimus SAP an der Spitze des moderat steigenden, deutschen Leitindex Dax zuletzt mehr als drei Prozent auf 160,32 Euro. Sie überwanden damit die Hürde von 160 Euro, die sich Mitte Mai und Mitte April als bedeutender technischer Widerstand erwiesen hatten.

Gleichwohl zählen die SAP-Papiere seit Jahresbeginn mit einem Minus von gut 23 Prozent immer noch zu den größten Verlierern im Dax. Auch das charttechnische Bild ist weiterhin recht getrübt. Zwar konnten sich die Anteilsscheine dank ihrer jüngsten Erholung etwas vom tiefsten Stand seit Anfang Januar 2024 absetzen sowie kurz- und mittelfristige Durchschnittslinien überwinden. Doch die viel beachteten 200-Tage-Linien als technischer Maßstab für die langfristige Entwicklung liegen noch in weiter Ferne.

Unter den Favoriten im MDax gewannen die Papiere von Nemetschek gut zwei Prozent auf 63,15 Euro. Für die Teamviewer-Aktien ging es um knapp vier Prozent nach oben.

„Für Anleger spricht vieles dafür, an den strukturellen KI-Trends beteiligt zu bleiben, ohne die Risiken einer fortgeschrittenen Marktphase zu unterschätzen“, schrieb Ingo Koczwara, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Entscheidend sei ein selektiver Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von den großen Plattformanbietern über Chipproduzenten bis hin zu Infrastrukturunternehmen.

„Gerade weil sich die Marktgewinne derzeit auf relativ wenige Titel konzentrieren, dürfte die Qualität der Einzelselektion an Bedeutung gewinnen“, fuhr Koczwara fort. Gleichzeitig erscheine es sinnvoll, nicht mit maximalem Risiko in einen Markt zu gehen, der von hohen Erwartungen, enger Marktbreite und spätzyklischen Mustern geprägt sei.

Das Umfeld bleibt dem Experten zufolge chancenreich, verlange aber eine Positionierung mit Augenmaß. Wer strukturelles Wachstum nutzen will, sollte deshalb nicht nur auf die sichtbarsten Gewinner des KI-Booms setzen, sondern auch darauf achten, wie nachhaltig Geschäftsmodelle, Margen und Investitionsdynamik tatsächlich sind. (dpa)

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