Schwere Zeiten für Intel-Anleger

Die Anleger von Intel brauchen weiter starke Nerven. Es läuft alles andere als rund.

Die Anleger von Intel brauchen weiter starke Nerven. Es läuft alles andere als rund. Am Freitag sackten die Papiere des kriselnden Chipkonzerns zum Start um 10 Prozent ab, zuletzt verloren sie noch 7,2 Prozent auf 19,94 US-Dollar.

Lip-Bu Tan, der neue Chef des Konzerns, kündigte wenige Wochen nach seinem Start „schmerzhafte Entscheidungen“ an und plant einen Stellenabbau. Mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal enttäuschte Intel.

Mit dem Kursminus vor dem Wochenende haben sich die Gewinne der letzten zwei Tage weitgehend aufgelöst. Die Aktien blieben aber trotzdem noch über ihrem vor zweieinhalb Wochen im Zuge des Zoll-Schocks erreichten tiefsten Stand seit 2010 bei 17,67 Dollar. Seit Jahresanfang steht Intel nun knapp im Minus.

Die Ergebnisse des Unternehmens im ersten Quartal seien zwar besser als erwartet gewesen, doch der Ausblick auf das zweite Jahresviertel enttäusche, schrieb Jefferies-Analyst Blayne Curtis und betonte die konjunkturelle Unsicherheit. Es werde noch lange dauern, bis der neue Chef Lip-Bu Tan dem Unternehmen seinen Stempel aufdrücke. Anleger sollten abwarten, bis eine Wende besser erkennbar sei.

Schwere Zeiten sind die Intel-Anleger gewohnt. Allein im vergangenen Jahr verloren sie mit dem Wert 60 Prozent. Das Chip-Urgestein musste Anfang November seinen Platz im US-Auswahlindex Dow Jones Industrial räumen – für Nvidia. Anfang Dezember trat dann Unternehmenschef Pat Gelsinger überraschend zurück.

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz (KI) eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Zudem steht Intel im angestammten Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren stärker unter Druck. (dpa)

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