Intershop profitiert von Kostensenkungsprogramm

Ein Sparprogramm mit Stellenabbau hat den Jenaer Softwareanbieter Intershop aus den roten Zahlen gebracht.

Ein Sparprogramm mit Stellenabbau hat den Jenaer Softwareanbieter Intershop aus den roten Zahlen gebracht. Im ersten Quartal sei unter dem Strich ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt worden, teilte der Vorstand des börsennotierten Unternehmens in Jena mit.

Finanzvorständin Petra Stappenbeck sprach bei der Vorlage der Zahlen von einem „knallharten Kostensenkungsprogramm“, das auch im Bereich Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung durchgezogen wurde, um die Kosten dem gesunkenen Umsatz anzupassen.

Die Zahl der Mitarbeiter sei innerhalb eines Jahres um 40 auf derzeit rund 220 gesunken – durch Kündigungen oder den Verzicht auf die Nachbesetzung offener Stellen, sagte sie. Der Stellenabbau sei nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA oder Kanada erfolgt. Intershop gehörte in den 1990er Jahren zu den ostdeutschen Software-Pionieren, die den Handel im Internet ermöglichten.

Kunden halten sich bei Investitionen zurück

Nach einem erwartet schwachen Umsatz im ersten Quartal von 7,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 9,1 Millionen Euro) zeigte sich Vorstandschef Markus Dränert verhalten optimistisch für 2026. Ziel bleibe ein ausgeglichenes Ergebnis und damit ein Jahresabschluss ohne Verluste – allerdings bei einem erneuten leichten Umsatzrückgang.

„Das Neukundengeschäft bleibt schwierig“, sagte der Intershop-Chef. Viele Unternehmen strichen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit ihre Budgets für Investitionen zusammen. „Es ist derzeit kein Umfeld, wo Kunden sich schnell entscheiden.“

Mehr KI für Handelsplattformen im Internet

Impulse wolle Intershop mit neuen Funktionen in seiner Software setzen, die im Mai auf den Markt kommen sollen. Es handele sich dabei um weitere Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI), die bestimmte Abläufe wie die Beschreibung von Teilen für Produktdatenbanken für den Online-Handel automatisierten.

Die Geschäftsentwicklung der Intershop AG, die sich vor allem auf Mietsoftware für seine Kunden – sogenannte Cloud-Lösungen konzentriert – schwankt seit Jahren stark. Der Umsatz mit Mietsoftware stieg gegen den Trend im ersten Quartal leicht um drei Prozent auf 5,3 Millionen Euro. Zudem wurden acht Prozent mehr Aufträge in diesem Bereich verbucht als im Vorjahreszeitraum. (dpa)

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