Etailer übertragen Retour-Gebühren auf die Kunden

Die Zahl der Online-Händler, die die Versandkosten der Retoure den Kunden überlassen, hat sich mehr als verdoppelt. Die Zustellmöglichkeiten sind vielfältiger geworden.

Ab Juni erlaubt die neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie, Retouren generell kostenpflichtig zu machen. In der Vergangenheit konnten Versandhändler nur dann Geld verlangen, wenn der Einkauf des Kunden maximal 40 Euro kostet. Die großen Online-Händler finanzieren ihren aggressiven Wachstumskurs jedoch nach wie vor über kostenlose Lieferung und Gratis-Retouren. Zwei Drittel der Etailer, die bisher die Versandkosten übernommen haben, tun dies aus Wettbewerbsgründen auch weiterhin. Doch die Zahl derjenigen, die die Versandkosten der Retoure den Onlinekunden überlassen, hat sich inzwischen von 7 auf 17 Prozent mehr als verdoppelt, so ein Ergebnis der aktuellen EHI-Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2014“. Der Versand muss generell für Online-Händler finanzierbar sein. Bei kleinteiligen Artikeln berechnen die Etailer durchschnittlich 4,99 Euro Versandkosten.

Die Zustellmöglichkeiten sind in den verhangenen Monaten vielfältiger geworden. Derzeit bieten 34 Prozent der Händler die Belieferung von DHL-Paketkästen an. Über die Hälfte der befragten Etailer liefern auch an Pick-up Stationen wie die DHL-Packstation oder an den Hermes-Paketshop. Bei knapp 40 Prozent der befragten Händler können die Kunden zudem ihre bestellte Ware im stationären Ladengeschäft abholen. Bei fast allen Onlinehändlern kann sich der Kunde die Ware nach Hause (91 Prozent) oder an eine beliebige andere Adresse liefern lassen (83 Prozent). Die Möglichkeit der Auswahl einer Zustellvariante bieten aktuell nur 18 Prozent der befragten Händler. 23 Prozent planen die Auswahl in den nächsten drei Jahren anzubieten.

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