So läuft das Torwandschießen bei Media Markt

Der Retailer stärkt mit Torwandschießen sein Filialgeschäft. Wer trifft, erhält den Einkaufsbetrag zurück. Wir haben uns in einem Media Markt umgeschaut, wie die Aktion läuft.

Genau 7 Meter Abstand. Ein Loch in der Mitte der Torwand. Wer trifft, bekommt den gesamten Betrag seines vorher getätigten Einkaufs zurückerstattet. Einzige Voraussetzung: Der Einkauf muss am Tag der Teilnahme getätigt werden. Bei einem Treffer gibt es einen entsprechenden Stempel auf den Kassenbon. Schießt man vorbei, wird der Bon mit „leider daneben“ markiert. Alle 255 Media Märkte laden vom 30. Mai bis zum 11. Juni zum „verrückten Torwandschießen“ ein. Doch wie wird die Aktion angenommen? In einem Flensburger Media Markt sprechen zwei Promoter des Retailers die Kunden nach dem Einkauf aktiv an. Fast jeder Käufer nutzt die Chance vom Siebenmeter-Punkt. Auch Kunden ohne jegliches fußballerisches Talent. Bis zum Abend haben immerhin 12 Schützen getroffen, erfahren wir von einer Mitarbeiterin des Marktes. „Hätte ich mal mehr eingekauft. Einen Fernseher oder so“, ärgert sich ein junger Mann, der lediglich eine DVD erworben hatte, nach seinem Volltreffer.

Der Unterschied zu den bisherigen Aktionen des Retailers sei subtil aber wesentlich, vermutet das Marketing-Fachblatt Horizont: Im vergangenen Markt hatte sich Media Markt vor allem auf die Implementierung seiner neuen Multichannel-Vertriebsstruktur konzentriert. Daher enthielten viele Saisonkampagnen Elemente, um die Wettbewerbsfähigkeit mit der E-Commerce-Konkurrenz zu kommunizieren. In dieser Strategie steche das Torwandschießen durch seinen lokalen Eventcharakter heraus. Anders als bei den vorherigen Promotions der Handelskette sei der Preisnachlass für Kunden nicht automatisch garantiert und Verkaufsförderungseffekte damit auch wesentlich schwerer zu kalkulieren. Den lokalen Media-Markt-Filialen werde mit der Promotion aber ein Event geliefert, dass die Attraktivität des eigenen Standorts im Vergleich zur regionalen Konkurrent stärken könne, so das Fachblatt weiter. Der Zeitpunkt der Aktion ist allerdings ungewöhnlich: Er fällt genau in die Spielpause von Bundesliga & Co. Aber vielleicht ist das wiederum auch beabsichtigt.

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