Digitalminister: «KI ist auch eine Chance für ein Comeback»

Deutschland sollte sich Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zufolge bei der Digitalisierung deutlich unabhängiger von ausländischen Plattformen und Unternehmen machen.

Deutschland sollte sich Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zufolge bei der Digitalisierung deutlich unabhängiger von ausländischen Plattformen und Unternehmen machen. Ob Messengerdienste, Cloud-Systeme, Sprachmodelle, Geldtransfers oder Künstliche Intelligenz – «wir müssen Abhängigkeiten reduzieren, damit wir die Wahlmöglichkeit haben, damit wir frei bleiben», sagte Wildberger zum Start der Digital- und Onlinemarketingmesse OMR in Hamburg.

Es sei wichtig, dass Deutschland mehr Anteile am digitalen Wachstum hat. Ob Technologien, Software, Cloud, Plattformen, Chips oder Künstliche Intelligenz – andere Länder hätten in diesen Bereichen schon früh vorgelegt. «Wir müssen aufholen. Künstliche Intelligenz ist auch eine Frage der Freiheit, der Souveränität, und deshalb müssen wir selbst viel mehr einsteigen.»

Wildberger ist überzeugt, dass es dafür genügend Potenzial und Talente hierzulande gibt. «KI ist auch eine Chance für ein Comeback, auch in der Industrie. Deshalb sage ich: Volle Kraft voraus. Denn hier dürfen wir nicht in eine Abhängigkeit geraten.»

Großes Potenzial liege dabei auch bei den Start-ups. «Es geht darum, junge Unternehmen stärker zu machen. Das ist etwas, was wir in Deutschland viel zu sehr vernachlässigt haben.» Zuletzt sei das aber schon gut gelungen. «Wir haben 30 Prozent mehr Start-ups als noch vor einem Jahr – getrieben durch KI und digitale Unternehmen.» Auch der Bund selbst werde hier verstärkt als Kunde auftreten, um Nachfrage und Infrastruktur zu schaffen.

Wildberger ist am Mittwoch seit einem Jahr im Amt. Auf der OMR rief der Digitalminister die Besucherinnen und Besucher dazu auf, auch selbst mitzugestalten. «Wir kommen als Land nur weiter, wenn Sie alle mithelfen, wenn Sie den Mut aufbringen, zu gestalten, Firmen zu gründen und nach vorne zu blicken.»

Das OMR-Festival geht in seine 14. Runde. Rund 70.000 Menschen werden in den beiden Tagen in den Messehallen erwartet – die meisten von ihnen mit Blazer oder Hoodie und oft mit Turnschuhen. (dpa)

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