„Promarkt war eine Schocktherapie“

Für Rewe waren die Promärkte eine „Schocktherapie“. Weitere Filialen sollen geschlossen werden. Möglicherweise entstehen dort „Temma“-Filialen mit Bio-Lebensmitteln, so Rewe-Chef Alain Caparros.

Der Rewe-Konzern will künftig stärker in den Online-Bereich investieren. Diesen Trend habe man bei der Tochtergesellschaft Promarkt verschlafen. „Promarkt war eine Schocktherapie: Wir haben den Online-Trend verpasst trotz unserer Bemühungen“, so Rewe-Chef Alain Caparros im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Wir wollen lernen, wie die Online-Jungs ticken. Wir planen auch weitere kleinere Beteiligungen“, so Caparros weiter. Als traditioneller Händler hätte man keine Chance, wenn man sich nicht mit der Arbeitsweise der Etailer beschäftigen würde. Dazu zähle eine Beteiligung an dem von Rocket Internet gegründeten Einrichtungs-Onlineshop Home24. „Die Städte verlieren an Attraktivität, der demographische Wandel ist eine Herausforderung, die Verkaufsfläche nimmt zu, die Bevölkerung ab. Das ist ein Spagat. Wenn unsere Preise nicht attraktiv sind, haben wir keine Chance. Auch das Internet, das wir lange unterschätzt haben, wird eine immer stärkere Herausforderung. Das Schaufenster hat sich ins Wohnzimmer bewegt.“

Restposten der Promärkte, wo gerade Räumungsverkäufe statt finden, sollen nicht bei Internet-Plattformen wie beispielsweise Ebay verkauft werden, wie Caparros betont. Der Rewe-Chef geht offensichtlich nicht mehr davon aus, alle restlichen Promarkt-Filialen verkaufen zu können: „Wir haben ein paar geschlossen und werden noch ein paar schließen. Eine Option, die wir prüfen, ist es, dort Supermärkte oder Temma-Filialen mit Bio-Lebensmitteln zu eröffnen.“ Zuletzt hatte Expert zwei weitere Promärkte übernommen und als Regiebetriebe weitergeführt. Darüber hinaus hatten auch Electronic Partner und Euronics einige Standorte gekauft.

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