So sieht die Situation bei Siemens aus

Der Technologiekonzern Siemens legt an diesem Donnerstag (6.8.) seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal (per Ende Juni) vor.

Der Technologiekonzern Siemens legt an diesem Donnerstag (6.8.) seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal (per Ende Juni) vor.

DAS ERWARTET SIEMENS:

Der Konzern blickt auf ein robustes Geschäft in seinen beiden digitalen Kernsparten. Dabei profitiert Siemens von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie, die die Industrieautomatisierung sowie das Software-Geschäft enthält. Konzernchef Roland Busch geht davon aus, dass der Boom zunächst in den kommenden zwei bis drei Jahren anhalten wird, angetrieben vom Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur. Zuletzt belasteten jedoch der starke Euro sowie die US-Zölle Umsatz und Ergebnis.

Um die Nachfrage bedienen zu können, baut Siemens die Produktion für Nieder- und Mittelspannung in den USA an mehreren Standorten in North Carolina und South Carolina aus. „Zugleich bauen wir unser Partner-Ökosystem für Rechenzentren weiter aus“, so Busch. „Das Ziel: mehr Flexibilität für Rechenleistung, für Energieversorgung und die nötige Infrastruktur.“

Für das laufende Jahr sieht der Konzern das obere Ende des erwarteten vergleichbaren Umsatzwachstums von sechs bis acht Prozent. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Für Digital Industries wurde der Konzern bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen etwas optimistischer und hob die unteren Enden der Spannen für Umsatzwachstum und Ergebnismarge an. Auch Smart Infrastructure dürfte ein etwas stärkeres vergleichbares Wachstum erreichen als gedacht. Beim Zuggeschäft Mobility senkte Siemens hingegen die Umsatzerwartung.

DAS ERWARTEN ANALYSTEN:

Marktexperten gehen davon aus, dass das Wachstum im dritten Quartal an Fahrt aufgenommen hat. Zudem dürften die Ergebnisse nach einer Delle im Vorquartal wieder gestiegen sein. So erwarten sie in einem von Siemens veröffentlichten Konsens einen Umsatzanstieg von knapp 19,4 auf 20,6 Milliarden Euro. Das vergleichbare Wachstum dürfte auf 7,8 Prozent anziehen.

Dagegen dürfte das Neugeschäft im Quartal mit 24,7 Milliarden Euro stagnieren, das vergleichbare Wachstum wird bei eher mauen 2,4 Prozent erwartet. Während Smart Infrastructure und Digital Industries den Analystenschätzungen zufolge zweistellige Zuwachsraten erreicht haben sollten, wird bei Mobility ein Rückgang um mehr als ein Fünftel erwartet.

Das Ergebnis im Industriegeschäft sehen die Marktexperten auf knapp 3,2 Milliarden Euro steigen, nach 2,8 Milliarden ein Jahr zuvor. Dabei gehen sie bei Digital Industries von einer starken Verbesserung aus. Unter dem Strich dürfte der Gewinn leicht auf 2,1 Milliarden Euro gesunken sein.

Für das Gesamtjahr erwarten sie ein vergleichbares Wachstum des Konzerns von 7,1 Prozent. (dpa)

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