Die europäischen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) werden bis 2030 voraussichtlich knapp 470 Milliarden US-Dollar erreichen. Das geht aus dem «Worldwide AI and Generative AI Spending Guide 2026 V2» von IDC hervor. Für den Zeitraum von 2025 bis 2030 erwartet das Marktforschungsunternehmen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 35 Prozent.
Generative KI soll zum Ende des Prognosezeitraums 55,4 Prozent der gesamten europäischen KI-Ausgaben ausmachen. IDC sieht zudem Unterschiede zwischen West- sowie Mittel- und Osteuropa. Während Unternehmen in Westeuropa bei produktiven Anwendungen von agentischer KI weiter fortgeschritten seien, wachse der Markt in Mittel- und Osteuropa überdurchschnittlich schnell.
Software bleibt größtes KI-Segment
Software stellt laut IDC 2026 mit einem Anteil von 54,9 Prozent das größte Technologiesegment im europäischen KI-Markt dar. Bis 2030 sollen die Software-Ausgaben jährlich im Durchschnitt um 43,9 Prozent steigen. Besonders stark wachsen demnach KI-Plattformen mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 61,1 Prozent.
IDC führt die Entwicklung unter anderem auf den zunehmenden Einsatz agentischer KI zurück. Unternehmen erweitern demnach bestehende Copilot-Anwendungen zunehmend um Systeme, in denen mehrere KI-Agenten Aufgaben mit begrenzter menschlicher Aufsicht übernehmen.
Banken investieren am meisten in KI
Mit einem Anteil von 12,6 Prozent sind Banken 2026 laut IDC die Branche mit den höchsten KI-Ausgaben in Europa. Zusammen mit Versicherungen und Kapitalmärkten entfallen 19,2 Prozent des Marktes auf Finanzdienstleister. Zu den wichtigsten Einsatzfeldern zählen Betrugsanalyse, Threat Intelligence, automatisierte Contact Center und KI-gestützte Self-Service-Angebote.
An zweiter Stelle folgen Software- und Informationsdienste. Ein großer Teil der Investitionen entfällt dort auf die Bereitstellung von KI-Infrastruktur über Platform-as-a-Service- und Infrastructure-as-a-Service-Angebote. Der Einzelhandel liegt laut IDC an dritter Stelle und setzt KI vor allem im digitalen Handel, im Kundenservice und bei der Infrastruktur ein.
Die höchste Wachstumsrate erwartet IDC im Gesundheitswesen. Die KI-Ausgaben von Gesundheitsdienstleistern sollen zwischen 2025 und 2030 jährlich um durchschnittlich 41 Prozent steigen.
«Der Markt bewegt sich von experimenteller Nutzung hin zu operativen, strategischen Anwendungen mit Fokus auf betriebliche Effizienz, Risikominimierung und Resilienz», sagt Carla La Croce, Research Manager Data and Analytics bei IDC.
Als mögliche Herausforderungen nennt IDC unter anderem unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen, den Mangel an KI-Fachkräften sowie den Kostendruck bei Cloud-Infrastrukturen.






