Der weltweite PC-Markt hat im zweiten Quartal 2026 einen Rückgang verzeichnet. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IDC gingen die PC-Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Geräte zurück. Damit endet eine Phase von neun aufeinanderfolgenden Quartalen mit Wachstum.
Als wesentlichen Grund nennt IDC die anhaltende Knappheit bei Speicherchips. Hersteller hätten Lagerbestände so weit wie möglich vorgezogen, um Lieferengpässe abzufedern. Zusätzlich belasteten Einschränkungen bei weiteren Komponenten wie Speicherlösungen sowie geopolitische Faktoren den Markt.
Trotz rückläufiger Stückzahlen stiegen laut IDC die Umsätze, da Hersteller Preissteigerungen am Markt durchsetzen konnten. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens dürfte sich die Knappheit bei Speicherchips voraussichtlich bis Anfang 2028 fortsetzen. Ein erneuter Vorzieheffekt bei den Lagerbeständen werde daher nicht erwartet.
IDC sieht zudem zwei Entwicklungen im Markt: Zum einen könnten die anhaltend hohen Kosten infolge der Speicherknappheit den PC-Erneuerungszyklus beeinflussen. Gleichzeitig steige das Interesse an KI-Funktionen, die direkt auf Endgeräten ausgeführt werden. Zum anderen beobachtet IDC eine zunehmende Marktkonsolidierung. Große Hersteller wie Apple, Dell und Lenovo könnten ihre Größe und bestehende Lieferantenbeziehungen nutzen, um die Versorgung mit Speicherchips sicherzustellen.
Im Herstellerranking blieb Lenovo mit einem Marktanteil von 24,4 Prozent führend, gefolgt von HP mit 19,1 Prozent und Dell mit 13,6 Prozent. Apple steigerte seine PC-Auslieferungen im Jahresvergleich um 10,1 Prozent auf 6,7 Millionen Geräte und erhöhte seinen Marktanteil von 8,5 auf 9,9 Prozent. Asus blieb mit 5,0 Millionen ausgelieferten PCs und einem Wachstum von 0,2 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Im Herstellervergleich verweist IDC auf Zugewinne von Apple, die zeitlich mit der Einführung des MacBook Neo zusammenfielen. Das Unternehmen habe seine Preise im Einklang mit der allgemeinen Marktentwicklung angepasst.


