Nokia-Übernahme: „Bitte keinen Apple-Vertrieb“

Partner befürchten nach der Übernahme von Nokia, dass Microsoft den Apple-Vertrieb kopieren wird. Erfolgreich könne der Hersteller nur sein, wenn der Channel eingebunden werde.

Die Partner von Microsoft äußerten sich übereinstimmend, dass der Erfolg der Übernahme von Nokia von der künftigen Vertriebsstrategie des Konzerns abhänge. Der schlimmste Fehler wäre es, wenn die Strategie von Apple kopiert und der starke Partnervertrieb nicht einbezogen werde. „Es wäre ein großer Fehler, wenn Microsoft den Device-Markt ähnlich wie Apple adressiert. Das sollten besser die Partner übernehmen. Der Channel kann dein bester Freund, aber auch dein schlimmster Feind sein“, zitiert der US-Dienst crn.com Mont Phelps, CEO vom Microsoft Top-Partner MWN. Die Strategie des Herstellers, das Tablet „Surface“ nur über eigene Stores und große Systemhäuser zu vertreiben, sorgt beim Handel immer noch für Unverständnis. „Microsoft ist nicht in der Lage, den Einfluss, den wir haben, zu messen. Sie verstehen manchmal unser Geschäftsmodell nicht“, so Phelps weiter. Auch Douglas Grosfield, CEO vom Microsoft-Partner Xylotek, sieht den Sachverhalt ähnlich: „Microsoft wird mit der Übernahme von Nokia nur erfolgreich sein, wenn der Channel eingebunden wird. Wenn die Verantwortlichen es genauso wie bei Surface handhaben, wird es ein Desaster.“ Microsoft sei mit seinen Betriebssystemen für Server und Desktops im Geschäftskunden-Segment hervorragend besetzt, so dass Smartphones eine ideale Ergänzung sein könnten, so Grosfield weiter. „Jetzt hat Microsoft sowohl die Hard- als auch die Software. Eine ideale Kombination“, ergänzt Michael Goldstein, CEO von LAN Infotech.

Unterdessen herrscht in Finnland Bestürzung über den Deal: Der finnische Ministerpräsidenten Jyrki Katainen sprach von „Traurigkeit und Emotionen.“ Die schwedische Analystin Helena Nordman Knutsson fühlt sich wie auf einer Beerdigung: „Jetzt geht eine ganze Ära ins Grab. Das ist schon eine wahnsinnig tragische Sache für den ganzen Norden.“ Der Zeitpunkt des Verkaufs habe sie doch sehr überrascht.

  

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