Neue EU-Regeln fordern Transparenz von KI-Modell-Anbietern

Woher weiß die KI das? Neue EU-Vorgaben zwingen KI-Anbieter, offenzulegen, womit sie ihre Modelle trainiert haben. Bei Verstößen drohen Geldstrafen.

ChatGPT, Gemini und andere Anbieter von KI-Modellen müssen sich seit dem 2. August an neue EU-Regeln halten. Dann gelten spezifische Transparenzpflichten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck («General-Purpose AI») – also Systeme, die vielseitig einsetzbar sind und etwa Texte schreiben, Sprache analysieren oder programmieren können.

Die Betreiber müssen künftig etwa offenlegen, wie ihre Systeme funktionieren und mit welchen Daten sie trainiert wurden. Besonders leistungsstarke Modelle, die potenziell auch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnten, sollen zudem Sicherheitsvorkehrungen protokollieren müssen. Grundlage der neuen Vorgaben ist das EU-KI-Gesetz («AI Act»), das im Mai 2024 beschlossen wurde.

Verbände kritisieren fehlenden Schutz geistigen Eigentums

Durch die neuen Regeln soll unter anderem das Urheberrecht gestärkt werden. Die Entwickler müssen nun etwa berichten, welche Quellen sie für ihre Trainingsdaten genutzt und ob sie Internetseiten automatisch ausgelesen haben. Zudem sollen sie angeben, welche Maßnahmen zum Schutz von Urheberrechten ergriffen wurden. Für Rechteinhaber soll es nach den Vorgaben der EU eine Kontaktstelle bei den Unternehmen geben.

Mehrere nationale und internationale Bündnisse von Autoren, Künstlern und Verlegern beklagen in einer gemeinsamen Mitteilung, dass die Gesetzgebung geistiges Eigentum nicht genug schütze. Aus Sicht der Initiative Urheberrecht blieben die Maßnahmen wirkungslos, da etwa eine Verpflichtung zur Nennung konkreter Datensätze, Domains oder Quellen fehle.

EU-Kommission kann Geldstrafen verhängen – Google besorgt

Private Klägerinnen und Kläger können auf Grundlage des KI-Gesetzes gegen Anbieter klagen. Das neue Europäische Amt für Künstliche Intelligenz setzt die Regeln allerdings erst später durch: Das EU-KI-Amt kontrolliert neue Modelle ab August 2026. Modelle, die vor dem 2. August 2025 auf den Markt kamen, kontrolliert es ab August 2027. Bei Verstößen drohen dann Geldstrafen von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des gesamten weltweiten Jahresumsatzes. (dpa)

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments

IDC: KI-Ausgaben in Europa steigen bis 2030 auf 470 Milliarden Dollar

Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz in Europa sollen bis 2030 auf knapp 470 Milliarden US-Dollar steigen. Laut IDC gewinnen dabei insbesondere generative und agentische KI-Systeme an Bedeutung.

Bitcoin steigt auf höchsten Stand seit acht Monaten

Der Bitcoin hat den Bärenmarkt offenbar endgültig hinter sich gelassen. Gründe für den Aufwind der Kryptowährung gibt es viele.

Forscher: Datenschutz bremst Innovation nicht aus

Datenschutz und Innovation schließen sich nicht aus, sagen Forscher. Warum sie gezielte Entlastungen für kleinere Unternehmen fordern.
ANZEIGE