Der deutsche Markt für Home Electronics ist im ersten Halbjahr 2026 geschrumpft. Nach Angaben der Branchenorganisation GFU sank der Umsatz mit technischen Konsumgütern von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. Während sich PCs und einige innovative Produktgruppen positiv entwickelten, blieb das Geschäft mit Consumer Electronics insgesamt rückläufig.
Die GFU führt die Entwicklung vor allem auf die anhaltende Konsumzurückhaltung zurück. Globale Krisen, eine hohe Sparneigung und die Verunsicherung der Verbraucher belasteten den Markt. Gleichzeitig nehme die Preissensibilität zu.
«Der Markt für technische Konsumgüter hat sich im ersten Halbjahr vorausschaubar verhalten entwickelt», sagt GFU-Geschäftsführerin Carine Chardon. Produkte mit neuen Funktionen und einem klar erkennbaren Mehrwert zeigten jedoch, dass auch im derzeit schwierigen Umfeld Wachstum möglich sei. Von der bevorstehenden IFA erwartet Chardon zusätzliche Impulse für das zweite Halbjahr.
Consumer Electronics unter Druck
Die einzelnen Marktsegmente entwickelten sich unterschiedlich. Im Bereich Consumer Electronics sank der Umsatz im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel das Minus bei Elektro-Großgeräten aus: Hier gingen die Erlöse um 5,1 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zurück. Elektro-Kleingeräte konnten dagegen um vier Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zulegen.
Auch innerhalb der Consumer Electronics zeigt sich ein gemischtes Bild. Bei Fernsehern sorgte die Fußball-Weltmeisterschaft zwar für einen Absatzanstieg von 4,6 Prozent, der Umsatz ging dennoch um 2,3 Prozent zurück. Projektoren profitierten stärker vom Fußball-Effekt und steigerten ihre Umsätze um 25,8 Prozent.
Action Cams kamen auf ein Umsatzplus von 21 Prozent, Kopfhörer legten um 6,1 Prozent zu. Auch das PC-Geschäft entwickelte sich positiv: Mit Notebooks und Desktop-PCs wurden fünf Prozent mehr umgesetzt als im ersten Halbjahr 2025.
KI-PCs legen kräftig zu
Besonders hohe Wachstumsraten verzeichnet die GFU bei Produkten mit neuen Funktionen und einem aus Verbrauchersicht erkennbaren Zusatznutzen. So stiegen die verkauften Stückzahlen von PCs mit KI-Funktionen um 149 Prozent. OLED-Monitore mit hoher Bildwechselfrequenz legten um 75 Prozent zu.
Auch außerhalb der klassischen IT- und CE-Segmente gibt es deutliche Gewinner. Der Absatz von Saug- und Wischrobotern stieg um 66,1 Prozent, Cold-Brew-Kaffeevollautomaten kamen auf ein Plus von 42,5 Prozent.
Die Zahlen zeigen nach Einschätzung der GFU, dass die Verbraucher trotz der allgemein zurückhaltenden Konsumstimmung weiterhin bereit sind, Geld für technische Produkte auszugeben – insbesondere dann, wenn neue Funktionen einen konkreten Mehrwert bieten.
Die Marktzahlen basieren auf Daten der GFU und des Marktforschungsunternehmens NIQ und umfassen die Verkäufe technischer Konsumgüter an private Verbraucher in Deutschland.






