Billiganbieter werden mit Zöllen nicht gestoppt

Ab November kommt eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr auf günstige Online-Bestellungen hinzu. Der deutsche Handelsverband ist damit nicht zufrieden.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt auch nach dem Wegfall der Zollfreigrenze vor einer andauernden Flut von Billigpaketen aus Ländern außerhalb der EU. «Temu, Shein und wie sie alle heißen werden sich anpassen, und sie werden weitermachen», sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Nachrichtenportal «t-online».

Die Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten im vergangenen Juli zeige zwar Wirkung. Frankreich melde bereits 30 bis 40 Prozent weniger Sendungen. «Aber wir reden immer noch über Millionen und Abermillionen Pakete», sagte Genth. Für Deutschland gebe es noch keine Zahlen.

Genth sieht keinen Grund, warum die Entwicklung hierzulande anders verlaufen sollte. Doch selbst bei einem Rückgang um ein Drittel gehe es weiterhin um Hunderttausende Pakete täglich. «Wir treffen das Geschäftsmodell etwas, doch Shein und Temu stoppen wir so leider nicht.»

Bald auch Gebühr für EU-Importe per Paket

Seit Juli wird auch auf günstige Waren aus dem Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Dafür sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale aber an Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen. Von November an wird zudem für Pakete mit billiger Online-Ware in der EU eine Bearbeitungsgebühr fällig, deren Höhe die EU-Kommission noch festlegen muss.

Genth rechnet mit zwei Euro Gebühr pro Paket. «Fünf Euro, mein Gott – da hätten wir uns deutlich mehr vorgestellt», sagte er dazu. Weitere Maßnahmen seien notwendig, um die von ihm kritisierten Wettbewerbsverzerrungen zu beenden. Der Verbandsmanager fordert unter anderem eine zentrale Marktaufsicht für Anbieter aus Drittstaaten. (dpa)

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