Die Investitionsschwerpunkte im Cybersecurity-Markt verschieben sich. Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Context stiegen die Distributionsumsätze mit Lösungen für Compliance, Sicherheitsbewusstsein und Mitarbeiterschulungen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 75,9 Prozent. Das Geschäft mit Identitäts- und Zugriffsmanagement legte um 33,7 Prozent zu.
Deutlich geringer fiel das Wachstum bei Netzwerksicherheit aus. Das weiterhin größte untersuchte Cybersecurity-Segment wuchs um 5,0 Prozent und erreichte einen Umsatzanteil von 51,8 Prozent. Context führt den Anstieg teilweise auf höhere Preise für Enterprise-Firewalls zurück.
Die steigende Nachfrage nach Compliance- und Identitätslösungen hängt nach Einschätzung der Marktforscher unter anderem mit regulatorischen Anforderungen zusammen. Unternehmen investieren verstärkt in die Kontrolle von Zugriffsrechten, den Nachweis der Einhaltung von Sicherheitsvorgaben und die Schulung ihrer Beschäftigten.
Deutschland wächst um 7,1 Prozent
Regional entwickelte sich das Distributionsgeschäft unterschiedlich. Besonders kräftig wuchsen die Umsätze in den Benelux-Ländern mit 37,9 Prozent und in Nordeuropa mit 26,3 Prozent. Großbritannien und Irland verzeichneten dagegen zusammen einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent.
In der DACH-Region stiegen die Cybersecurity-Distributionsumsätze um 7,4 Prozent. Deutschland erreichte ein Plus von 7,1 Prozent, die Schweiz legte um 20,1 Prozent zu. In Österreich waren die Umsätze rückläufig, was Context unter anderem auf größere öffentliche Aufträge im Vorjahreszeitraum zurückführt. Auf die DACH-Region entfielen 26,3 Prozent des erfassten Distributionsumsatzes.
Beschaffungswege verändern sich
Neben der steigenden Nachfrage nach Compliance- und Identitätslösungen beobachtet Context Veränderungen bei den Beschaffungswegen. Während Infrastruktursicherheit um 16,1 Prozent zulegte, gingen die Distributionsumsätze unter anderem bei Cloud-Sicherheit, Datensicherheit, Endgeräteschutz und E-Mail-Sicherheit zurück.
Dies bedeutet nach Einschätzung der Marktforscher nicht zwangsläufig eine sinkende Nachfrage. Vielmehr beziehen Unternehmen Sicherheitslösungen zunehmend direkt beim Anbieter oder im Rahmen umfassender Serviceverträge.
Für Distributoren und Reseller eröffnen sich damit neue Geschäftsmöglichkeiten rund um Compliance, Identitätsmanagement und Mitarbeiterschulungen. Gleichzeitig verändern direkte Vertriebsmodelle und Managed Services die bisherigen Beschaffungsstrukturen im Cybersecurity-Markt.




