Experte: Halbleiterknappheit gefährdet kleine Smartphone-Anbieter

Die aktuellen Halbleiter-Engpässe bringen nach Meinung von Marktforschern kleinere Smartphone-Anbieter unter Druck - und drohen sogar, sie aus dem Geschäft zu drängen.

Die aktuellen Halbleiter-Engpässe bringen nach Meinung von Marktforschern kleinere Smartphone-Anbieter unter Druck – und drohen sogar, sie aus dem Geschäft zu drängen. Für Branchenschwergewichte mit ihren lukrativen, großen Ordervolumen sei es zum einen einfacher, sich bei Zulieferern knappe Bauteile zu sichern, sagte Anshul Gupta von der Marktforschungsfirma Gartner der Deutschen Presse-Agentur. «Zum anderen wird es für die kleinen Player immer schwieriger, die Komponenten zu wettbewerbsfähigen Preisen zu bekommen.» Das treibe kleinere Smartphone-Anbieter in die Enge: Ihre Kosten steigen, sie haben aber kaum Spielraum, dies als Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Wegen der Bauteile-Knappheit hätten einige von ihnen bereits Produktstarts aufgeschoben. «In den nächsten sechs bis zwölf Monaten dürften die Großen ihre Marktanteile weiter ausbauen, während die kleineren Player Probleme haben werden, sich im Geschäft zu halten», prognostizierte Gupta. Zuletzt hatte der südkoreanische Elektronik-Konzern LG das Smartphone-Geschäft verlassen.

Im ersten Quartal stieg der Smartphone-Absatz im Jahresvergleich nach am Montag veröffentlichten Berechnungen von Gartner um 26 Prozent auf knapp 378 Millionen Geräte. Dabei bauten die führenden fünf Anbieter alle ihre Marktanteile aus – auch auf Kosten des chinesischen Huawei-Konzerns, der nach US-Sanktionen im Westen stark zurückfiel. Von dem Absturz von Huawei hätten vor allem die chinesischen Marken Xiaomi, Vivo und Oppo profitiert, aber auch Marktführer Samsung sowie Apple, sagte Gupta. Samsung baute seinen Marktanteil Gartner zufolge binnen eines Jahres von 18,4 auf 20,3 Prozent aus, Apple mit seinem iPhone rückte auf dem zweiten Platz von 13,6 auf 15,5 Prozent vor. Nummer drei im Markt ist jetzt Xiaomi mit 12,9 Prozent Marktanteil – nach 9,9 Prozent im ersten Quartal 2020. (dpa)

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