Handel beklagt mangelnde staatliche Unterstützung

Der deutsche Einzelhandel sieht sich weiter auf Wachstumskurs, beklagt aber zu hohe Energiekosten und mangelnde Unterstützung durch den Staat beim digitalen Wandel.

Der deutsche Einzelhandel sieht sich weiter auf Wachstumskurs, beklagt aber zu hohe Energiekosten und mangelnde Unterstützung durch den Staat beim digitalen Wandel. «Der Handel braucht mehr Freiräume für Investitionen und weniger Regulierung», sagte der Präsident des Handelsverbands HDE, Josef Sanktjohanser, am Mittwoch auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin. Die Branche rechne in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 2,7 Prozent. «Das ist das stärkste Wachstum seit 20 Jahren.» Bei der Vernetzung des Einzelhandels in den Innenstädten mit dem Online-Handel brauchen die Unternehmen nach Worten Sanktjohansers «dringend mehr politische Unterstützung». So müsse es beim Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland schneller vorangehen: «Wir brauchen zu lange, um eine wettbewerbsfähige flächendeckende digitale Infrastruktur aufzubauen.»

Der Verbandspräsident kritisierte, der Handel werde bei den Energiekosten überproportional belastet. Er stehe für sechs Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland, müsse aber zehn Prozent der Förderkosten für die erneuerbaren Energien bezahlen. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Iris Gleicke (SPD), verteidigte die Kostenverteilung innerhalb der Wirtschaft. Für Industriebetriebe müsse es Ausnahmen geben, damit Deutschland als Industriestandort «nicht in die Knie» gehe. «Da hängen auch viele Arbeitsplätze dran», von denen letztlich wieder der Einzelhandel profitiere. (dpa)

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