Nvidia-Chef Huang sieht Europa als KI-Schlüsselakteur

«KI-Fabriken» statt klassischer Software: Nvidia-Chef Jensen Huang vergleicht den Wandel mit einer industriellen Revolution. Welche Rolle wird Europa dabei übernehmen?

Der Chef des weltweit führenden KI-Chip-Konzerns Nvidia, Jensen Huang, ist Befürchtungen entgegengetreten, dass Europa in der globalen Entwicklung der Künstlichen Intelligenz keine Rolle mehr spielen wird. Auf der Technologiekonferenz GTC in Berlin sagt der Nvidia-Chef, Europa sei ein zentraler Akteur in der neuen «KI-Ökonomie». «Jedes einzelne Unternehmen in Europa wird zu einem KI-Unternehmen werden. Daran gibt es keinen Zweifel.»

Nvidia sei seit 33 Jahren in Europa verwurzelt, von der ersten Chip-Entwicklung bis zu heutigen Partnerschaften mit Konzernen wie Siemens, Volkswagen und Mercedes-Benz, sagte Huang. Allein im vergangenen Jahr habe Nvidia fast 10 Milliarden Dollar (rund 8,9 Mrd. Euro) in den europäischen Markt investiert, um ein Netzwerk aus Start-ups und etablierten Unternehmen zu stärken.

KI-Fabriken als neue industrielle Revolution

Der Chef des wertvollsten Unternehmens der Welt verglich den aktuellen Wandel mit einer industriellen Revolution. Unternehmen würden nicht mehr nur Software nutzen, sondern eigene «KI-Fabriken» betreiben. Diese Fabriken produzierten keine physischen Güter, sondern digitale Intelligenz, die in alle Branchen einfließen werde – von der Medikamentenentwicklung bis zur effizienteren Energieverteilung. «Nach Jahrzehnten des Fortschritts in der Computerindustrie stehen wir nun am Anfang einer neuen industriellen Revolution.»

Leistungsstarke Hardware für den Arbeitsplatz

Auf der Keynote-Ansprache in Berlin stellte Huang neue Hardware-Lösungen vor. Dazu gehören spezielle Computer für den Schreibtisch, die «RTX Spark»-Rechner. Diese Geräte sollen es ermöglichen, komplexe KI-Aufgaben direkt vor Ort auszuführen, ohne dass Nutzer auf externe Rechenzentren angewiesen sind. Damit will Nvidia die Technologie für Unternehmen und Entwickler zugänglicher machen.

Der Durchbruch der physischen KI

Ein weiterer Schwerpunkt der Keynote war die «physische KI». Dabei geht es um Maschinen, die nicht nur Daten verarbeiten, sondern die reale Welt verstehen und in ihr agieren können. Huang präsentierte Roboter, die durch KI lernen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und Aufgaben zu erledigen. Er betonte: «Das ist wirklich die nächste Welle der KI: eine Künstliche Intelligenz, die die physische Welt versteht.»

Sicherheit für digitale Assistenten

Damit diese autonomen Systeme sicher arbeiten können, stellte Nvidia zudem neue Sicherheitskonzepte vor. Diese sollen sicherstellen, dass digitale Assistenten – sogenannte «Agenten» – innerhalb strenger Regeln agieren und nicht unbefugt auf sensible Unternehmensdaten zugreifen können. (dpa)

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