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Samstag, Februar 21, 2026

Mobilfunk-Firmen wollen Hologramm-Telefonie massenkompatibel machen

Mit jemandem telefonieren und ihn vor sich sehen, als ob er leibhaftig da ist: Das ist das Ziel von «Holographie», also Telefonaten mit Hologrammen. Dank des Mobilfunkstandards 5G könnte so eine Science-Fiction-Vision in greifbare Nähe rücken.

Damit Handynutzer ihren Gesprächspartner beim Telefonieren künftig als Hologramm sehen können, ziehen Europas große Mobilfunk-Netzbetreiber an einem Strang. Vodafone, Telefónica (O2), die Deutsche Telekom und die französische Firma Orange gaben am Mittwoch ein Projekt bekannt, bei dem eine gemeinsame Plattform zur Übermittlung dreidimensionaler Abbilder entwickelt werden soll.

Hologramm-Telefonie sei zwar schon heute technisch möglich, aber aufwendig und kostspielig – daher komme sie nur selten zum Einsatz, heißt es in der Mitteilung. Das wolle man ändern und diese Art der Kommunikation massenmarkttauglich machen. Die Hologramm-Plattform könnte in etwa zwei Jahren für Endkunden verfügbar sein. Um die 3D-Abbildung zu sehen, ist eine Virtual-Reality-Brille nötig. Finanzielle Eckdaten des Projekts wurden nicht genannt.

«Ob privat für den Anruf bei Oma oder für den Business-Call mit Kollegen und Kunden: Durch Hologramm-Telefonie rücken wir in der virtuellen Welt näher mit unseren Freunden und Mitmenschen zusammen», sagt der Innovationschef von Vodafone Deutschland, Michael Reinartz. «Unser Ziel ist, diese neue Form der Kommunikation für alle zugänglich zu machen.» Sven von Aschwege von der Telekom sagt: «Telefonieren, als stünde mein Gesprächspartner vor mir, ist so ein Traum, der nun näher an die Realität rückt.»

Bei der Hologramm-Telefonie – auch «Holographie» genannt – blickt der Angerufene durch eine VR-Brille und sieht den Oberkörper des Anrufers als digitales Abbild. Dies ist möglich, weil die Selfie-Kamera dessen Körperdaten aufnimmt und dann seine dreidimensionales Digitalversion entworfen wird. Sitzt man beispielsweise daheim im Homeoffice, so könnte ein Kollege anrufen und dann auf der anderen Seite des Schreibtischs als 3D-Abbild erscheinen. Bei so einem Telefonat gibt es nur ein Hologramm, und zwar das des Anrufers. Ein Hologramm des Angerufenen, der die VR-Brille trägt, gibt es nicht.

Matsuko-Chef Matus Kirchmayer sagt, das Projekt solle es ermöglichen, «eine Person virtuell als Hologramm mit verblüffendem Realismus zu sehen». Die Netzbetreiber machen bei dem Vorhaben gemeinsame Sache, damit auch Hologramm-Anrufe zwischen verschiedenen Netzen funktionieren und nicht nur Verbindungen im selben Netz.

Die Telekommunikationsbranche tüftelt schon seit längerem an Hologramm-Verbindungen. Der Mobilfunkstandard 5G, der die Echtzeit-Übermittlung von enormen Bandbreiten ermöglicht, ist inzwischen ein wichtiges Element für Fortschritte.

2018 führte Vodafone auf einem Testgelände in Aldenhoven (NRW) ein Hologramm-Videogespräch in einem fahrenden Kleinbus vor. Das damalige Projekt beruhte auf einer anderen Technologie als das jetzige Vorhaben und war visuell nur mäßig überzeugend.

Mit dem nun erfolgten Schulterschluss der Branche soll ein großer Schritt nach vorne gemacht werden. Die Mobilfunkfirmen preisen die Vorzüge zwar in den wärmsten Tönen an. Wie gut oder schlecht die visuelle Qualität im Alltag tatsächlich sein wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genau sagen. (dpa)

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