Cyber-Angriffe: Neuer Check für Firmen bei Krisenfestigkeit

In Zeiten von Cyber-Angriffen und Energie-Unsicherheiten sollen Unternehmen mit einer neuen App ihre Krisenfähigkeit prüfen und stärken können.

In Zeiten von Cyber-Angriffen und Energie-Unsicherheiten sollen Unternehmen mit einer neuen App ihre Krisenfähigkeit prüfen und stärken können. ResilienzCheck.org sei „die erste – vor allem auch kostenlose – Anwendung ihrer Art im europäischen Raum“, teilte das hessische Wirtschaftsministerium in Wiesbaden mit. Die ohne Registrierung nutzbare App solle auch ins Englische übersetzt werden – „perspektivisch“ für Europa.

Entwickelt worden sei die KI-Anwendung von der GAL Digital GmbH in Hungen im Kreis Gießen in Zusammenarbeit mit dem Landeskommando Hessen der Bundeswehr und zwei hessischen Wirtschaftsverbänden. In 15 Minuten sollen Nutzer mit der anonymen Beantwortung von Fragen die Widerstandsfähigkeit ihrer Firma in möglichen Krisen im Detail erkennen können.

Fragen nach Notfall-Kreditrahmen und Notstromversorgung

Die App fragt beispielsweise nach Notfallplänen für Cyberangriffe, Virenscannern, Zeitintervallen für Datensicherungen und Notfall-Kreditrahmen. Ebenso gibt es etwa Fragen zu Budgets für Resilienzmaßnahmen, zu Workshops zu neuen Bedrohungen, zu Pilotprojekten und Planspielen für Krisenbewältigung sowie zur Integration der acht „Schritte zur Notstromversorgung“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Nach diesem Selbsttest gibt die ResilienzCheck.org individuelle Handlungsempfehlungen.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Unternehmen jederzeit von unerwarteten Ereignissen betroffen sein können – sei es durch Energieausfälle, Cyberangriffe, Störungen in Lieferketten oder geopolitische Spannungen“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Vladimir von Schnurbein. Firmen seien „daher gut beraten, ihre Krisenvorsorge regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln – ohne in Alarmismus zu verfallen oder die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden“.

„Beitrag zur gesamtstaatlichen Verteidigungsfähigkeit“

Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) teilte mit Blick auf Unternehmen mit: „Es geht darum, uns gemeinsam klug vorzubereiten, damit wir auch in Ausnahmesituationen handlungsfähig bleiben.“

Brigadegeneral Holger Radmann, Kommandeur des Landeskommandos Hessen, betonte: „Eine umfassende Resilienz der Wirtschaft ist ein entscheidender Beitrag zur gesamtstaatlichen Verteidigungsfähigkeit unseres Landes.“ (dpa)

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