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Samstag, Februar 21, 2026

So haben Sie gute Chancen auf ein höheres Gehalt

Die Gehaltsverhandlung ist eines der schwierigsten Gespräche im Arbeitsleben. Arbeitnehmer müssen nicht nur die eigenen Leistungen verkaufen, sondern auch Gegenargumente entschärfen.

Für die Höhe des Gehalts gilt generell: In den Branchen, in denen es den Unternehmen gut geht, lässt sich auch über mehr Gehalt natürlich leichter verhandeln. Ein Automatismus nach dem Motto „positiver Branchentrend bedeutet gleich steigendes Gehalt“ lässt sich jedoch nach Meinung von Gehaltsexperten daraus jedoch nicht grundsätzlich ableiten. Was damit zusammen hängt, dass viele Arbeitnehmer heute nicht mehr nur ein Grundgehalt bekommen, sondern häufig individuelle und umfassendere „Gehaltspakete“. „Die Gehaltsverhandlung ist daher längst keine Feilscherei mehr, bei der es darum geht, welche Seite hartnäckiger ist“, betont Frank Behrmann, Gehaltsberater bei PersonalMarkt. Ganz im Gegenteil: Eine Gehaltsforderung muss gut begründet sein. „Was zählt, sind gute Argumente“, so Behrmann. Sein Tipp: „Setzen Sie sich klare Ziele für das Gespräch. Beschreiben Sie selbstbewusst, was Sie fürs Unternehmen geleistet haben und was Sie dafür fordern.“ So werden neben dem Grundgehalt häufig so genannte Boni oder Benefits gezahlt. Zu den Boni gehören beispielsweise variable, also an bestimmte Zielvereinbarungen geknüpfte Vergütungsbestandteile, aber auch Tantiemen oder Prämien. Zu den so genannten Benefits gehören Zusatzleistungen wie ein Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Versicherungen. Solche Zusatzleistungen müssen bei der Höhe der Gehaltsforderung berücksichtigt werden.

Variable Vergütungsbestandteile sind mittlerweile gang und gäbe, die Ausgestaltung kann jedoch stark variieren. Gehalts-Experte Behrmann: „Der Mitarbeiter bestimmt hier zu einem Teil selbst, welche Höhe sein Gehalt erreicht.“ Um gut gerüstet in die Gehaltsverhandlung zu gehen, sollten sich Arbeitnehmer daher ein umfassendes Bild ihrer Gesamtvergütung machen und diese mit den marktüblich gezahlten Gehältern vergleichen. Informationen zu den marktüblich gezahlten Gehältern gibt es im Internet zuhauf. Auf schnell recherchierte Informationen allerdings sollte sich keiner verlassen. Man bekommt zwar einige Anhaltspunkte, aber keine verlässlichen Gehaltsdaten, die für eine realistische Bewertung der eigenen Position herangezogen werden können. Individuelle Gehaltsanalysen auf der Grundlage von über 250.000 aktuellen Datensätzen bietet beispielsweise die Vergütungsberatung PersonalMarkt. In einer zwölfseitigen Gehaltsanalyse wird auch die Höhe variabler Gehaltsbestandteile berücksichtigt. Informationen über die Höhe der Löhne im Produzierenden Gewerbe und der Gehälter von Angestellten gibt es unter anderem beim Statistischen Bundesamt. Einen guten Überblick über die Tarifgehälter geben die Gewerkschaften oder gewerkschaftsnahe Verbände. 

Aber Vorsicht: Pokern Sie nicht zu hoch. Erpressungsversuche nach dem Motto „Entweder ich kriege mehr Geld, oder ich gehe“ sind riskant. Ebenso der Druck auf die Tränendrüse („Chef, ich brauch mehr Geld…“) oder der Vergleich mit den Kollegen („Herr Schmidt verdient schon lange mehr als ich“). Gefragt dagegen sind gute Argumente, kreative Lösungen (z.B. über mögliche Zusatzleistungen) und eine realistische Einschätzung des eigenen Marktwertes „Erfahrungsgemäß“, so PersonalMarkt-Chef Tim Böger, „ist das erste Quartal des Jahres aber ein guter Zeitpunkt fürs Gehaltsgespräch.“

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