SAP an der Dax-Spitze

Nach zweimonatiger Talfahrt haben die Aktien von SAP am Mittwoch einen Erholungsversuch gestartet.

Nach zweimonatiger Talfahrt haben die Aktien von SAP am Mittwoch einen Erholungsversuch gestartet. Am Vormittag stiegen sie um bis zu 4,4 Prozent. Zuletzt setzten sie sich mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 218,15 Euro an die Spitze im Dax. Damit war der Softwarekonzern auch eine Stütze für den deutschen Leitindex selbst, der zur Wochenmitte vor der US-Zinsentscheidung wieder etwas zulegte. Als Schwergewicht machte SAP rund die Hälfte der Dax-Stabilisierung nach dem Kursrutsch am Vortag aus.

Etwa ein Fünftel haben die SAP-Aktien seit ihrem Hoch im Juli bereits verloren und seit dem Rekordhoch im Februar sogar rund 23 Prozent. Jefferies-Analyst Charles Brennan betonte am Vorabend vor diesem Hintergrund, er rechne bei den Aktien mit einer Kurswende. Konträr zur derzeit schlechten Anlegerstimmung habe ein Gespräch mit dem Finanzchef an die guten Eigenschaften der Walldorfer erinnert. SAP verfüge über vielfältige Hebel, um dauerhaftes Wachstum zu erzielen.

Brennan bekräftigte also seine Kaufempfehlung bei einem Kursziel von 290 Euro. Bis dahin hätten die SAP-Aktien noch rund ein Drittel Aufwärtspotenzial. Die Mitte Februar aufgestellte Bestmarke liegt bei 283,50 Euro. Darauffolgend gerieten die Papiere unter anderem wegen des von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Zollstreits unter Druck. Seit Jahresbeginn steht nun immer noch ein Minus von mehr als sieben Prozent zu Buche. Aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild für SAP bisher noch trüb.

Nachdem SAP den Dax lange Zeit beflügelt habe, sei der Softwarekonzern zuletzt für den Leitindex wie ein Klotz am Bein gewesen, kommentierte am Vortag der Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) habe an der Wall Street zuletzt den Börsenwert von Google-Mutterkonzern Alphabet über die Marke von drei Billionen US-Dollar gehievt und auch die Aktien von Softwarekonzern Oracle haussieren lassen. Bei Konkurrent SAP zünde die jüngste Übernahme in diesem Bereich aber nicht, so Stanzl. Anfang August hatte SAP den Kauf des KI-Personaldienstleisters SmartRecruiters angekündigt.

Treiber des Geschäfts von SAP war im zurückliegenden zweiten Quartal das auf Wachstum gepolte Geschäft mit Abo-Software über die Cloud. Ein Händler brachte am Mittwoch nach mehreren Analystenkonferenzen eher gemischte Gefühle zum Ausdruck und bemängelte eine Verlangsamung des Vertragsbestands im Cloud-Bereich. Allerdings habe sich SAP gleichzeitig sehr optimistisch für 2027 gezeigt. (dpa)

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