Kursrutsch nach Untersuchung bei Apple-Zulieferer Foxconn

Nach einer überraschenden Untersuchung beim Apple-Zulieferer Foxconn in China haben Anleger die Aktien der taiwanischen Firma am Dienstag weiter auf Talfahrt geschickt.

Nach einer überraschenden Untersuchung beim Apple-Zulieferer Foxconn in China haben Anleger die Aktien der taiwanischen Firma am Dienstag weiter auf Talfahrt geschickt. Die Hon Hai Precision Industry Co., wie Foxconn offiziell an der Börse heißt, verlor in dieser Woche bereits fünf Prozent an Wert. Ein Ableger der Firma, Foxconn Industrial Internet Co., büßte auf dem Börsenparkett in Shanghai sogar 15 Prozent ein.

Hintergrund dürften eine Durchsuchung der chinesischen Steuerbehörde und der Abteilung für natürliche Ressourcen an Foxconns Standorten in mehreren Provinzen sein. Dem Bericht des chinesischen Staatsmediums «Global Times» vom Sonntag zufolge unterzogen die Behörden den größten iPhone-Fertiger einer Steuerprüfung. Zudem sei die Land-Nutzung Foxconns an den Standorten untersucht worden, berichtete die als Sprachrohr der Kommunistischen Partei geltende Zeitung. Foxconn teilte mit, die Einhaltung der Gesetze als wichtiges Prinzip zu erachten und mit den «zuständigen Stellen bei den entsprechenden Arbeiten und Vorgängen» zusammenzuarbeiten.

Beobachter sahen einen Zusammenhang zwischen der Untersuchung und der angekündigten Präsidentschaftskandidatur von Foxconn-Gründer Terry Gou. Die «Global Times» betonte jedoch, eine solche Prüfung sei normal. Die Wahl in dem demokratischen Inselstaat ist für den kommenden Januar angesetzt. Die kommunistische Regierung in Peking sieht Taiwan als Teil Chinas an, es kommt immer wieder zu Spannungen.

Taiwans Vize-Präsident Lai Ching-te von der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei DPP warnte am Dienstag davor, Druck auf taiwanische Geschäftsleute auszuüben. Diese investieren ihm zufolge in China, unterstützen damit die Wirtschaft und helfen Arbeitsplätze zu schaffen. Foxconn ist einer der größten privaten Arbeitgeber in der Volksrepublik.

Angesprochen auf Lais Äußerungen erklärte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums in Peking am Dienstag, Taiwan habe keinen Vize-Präsidenten. Was auch immer die DPP unternehme, sie könne die Tatsache nicht ändern, dass Taiwan ein Teil Chinas sei. (dpa)

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