Bitkom: Digitalisierung hat nicht nur Gewinner

Der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg, hat vor einem dramatischen Rückgang bisheriger Berufe durch Automatisierung und Digitalisierung gewarnt.

Der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg, hat vor einem dramatischen Rückgang bisheriger Berufe durch Automatisierung und Digitalisierung gewarnt. «Ich gehe davon aus, dass etwa die Hälfte aller Aufgaben in den nächsten zwanzig Jahren von Maschinen oder Computern erledigt werden kann», sagte Berg der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Dienstagsausgabe). Alle Branchen seien davon betroffen, in fast allen Berufen machten sich die Veränderungen bemerkbar. Die Digitalisierung werde nicht nur Gewinner haben. «Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen könnte man vielleicht diejenigen auffangen, die mit der Digitalisierung nicht zurechtkommen», sagte Berg. Er gab sich aber zugleich zuversichtlich, dass auch neue und anspruchsvolle Jobs entstehen werden. «Ein großer Teil der Menschen wird diese neuen Tätigkeiten übernehmen können, da bin ich mir sicher.» In der Digitalisierung lägen einmalige Chancen für das ressourcenarme Deutschland.

Berg forderte vor diesem Hintergrund von den Verhandlungspartnern für eine Jamaika-Koalition die Einführung des Schulfachs Programmieren. «Wir brauchen dringend das Schulfach Programmieren», sagte Berg. Es könne nicht sein, dass im 21. Jahrhundert junge Erwachsene nichts von einfachen Programmen verstünden. Digitale Medien müssten in allen Fächern eingesetzt werden, um Unterricht besser und individueller zu machen, sagte Berg. «Dazu muss das unsinnige Kooperationsverbot fallen, damit endlich dauerhafte Investitionen in die digitale Ausstattung der Schulen fließen können», so der Bitkom-Präsident.

Der Verbandspräsident sprach sich zudem gegen ein Digitalministerium aus. «Ich finde den Vorschlag eines starken Staatsministers für Digitales im Kanzleramt deutlich charmanter. Ein Ministerium wäre extrem aufgebläht und würde viele Ressorts entkernen», sagte Berg. Das ergebe keinen Sinn. (dpa)

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