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Sonntag, Februar 22, 2026

Ausgespäht: Verbraucherzentrale verklagt UE-Hersteller

Bei Smart-TVs können Daten an Drittanbieter übertragen werden. Die Verbraucherzentrale hat deswegen einen großen Elektronik-Konzern verklagt.

Wer ein digitales TV-Gerät mit Internetverbindung hat, ahnt meist nicht, dass darüber seine Fernsehgewohnheiten ausgespäht werden können. Einige Hersteller haben sich diese Erlaubnis selbst ins Kleingedruckte ihrer Geschäftsbedingungen und Bedienungsanleitungen geschrieben – das war einem aufmerksamen Bürger aufgefallen. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen am Montag in Düsseldorf berichtete, hat sie deswegen einen großen Elektronik-Konzern verklagt. Den Namen des Anbieters wollte die Zentrale nicht nennen. Zuletzt gab es im Februar Diskussionen um Smart-TVs von Samsung. Der Elektronikkonzern riet Besitzern seiner Smart-TVs, vorsichtig bei privaten Gesprächen im eigenen Wohnzimmer zu sein. Wenn die Bedienung per Sprache eingeschaltet sei, hörten die Geräte allem zu, was in dem Raum geschieht. Nutzer müssten per Knopfdruck auf der Fernbedienung eine Suchanfrage über Sprachbefehl aktivierten. Dann könnten Tonaufnahmen an Drittanbieter übermittelt werden.

Auch andere Anbieter griffen ungefragt Daten von Fernsehzuschauern ab, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski. Zunächst will die Verbraucherzentrale nun den Ausgang des ersten Verfahrens abwarten, bevor sie auch gegen diese Hersteller vorgeht. «Man kann nicht mehrere Prozesse dieses Kalibers führen.» Was mit den Daten geschehe, sei unbekannt. Die zunehmende Digitalisierung des Alltags gehöre in den nächsten Jahren zu den größten neuen Herausforderungen für die Beratungsstellen, sagte NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne). «Wir geben oft unbewusst Daten weiter.» Damit werde an anderer Stelle viel Geld verdient. (mit Material der dpa)

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