Aktie: Chef-Keynote lässt Nvidia-Anleger kalt

Die Anleger von Nvidia profitieren am Dienstag in der Nachlese nicht von den jüngsten Aussagen des Konzernchefs.

Die Anleger von Nvidia profitieren am Dienstag in der Nachlese nicht von den jüngsten Aussagen des Konzernchefs. Am Montagnachmittag waren sie auf ihrem Erholungsversuch nur kurz weiter angesprungen nach der Nachricht, dass Jensen Huang bis Ende 2027 genug Nachfrage für ein Billionen-Geschäft mit aktuellen KI-Chipsystemen sieht. Von solchen euphorischen Aussagen können die Aktien nach ihrem Rekordlauf der vergangenen Jahre aber schon länger nicht mehr groß profitieren.

Am Dienstag tauchte ihr Kurs mit 0,4 Prozent ins Minus ab, obwohl sich Analysten durchaus ermutigend zu den Aussagen auf der firmeneigenen Entwicklerkonferenz GTC äußerten. Die Anteile konnten damit nicht an die Kursgewinne vom Vortag anknüpfen, die es vor den Nachrichten von der GTC schon im Rahmen einer marktbreiten Erholung gegeben hatte.

Huangs Worte hatten den Kurs am Montag nur kurz weiter angetrieben, als sich das Tagesplus bei dem KI-Chipriesen schnell von zuvor 1,9 Prozent auf fast fünf Prozent ausweitete. Doch genauso fix war der Rückenwind dann auch wieder verloren gegangen. Letztlich war das Tagesplus am Montag mit 1,6 Prozent sogar kleiner geworden. Am höchsten Stand seit Ende Februar war der Kurs abgedreht.

Nachdem der bisherige Rekord Ende Oktober bei 212 Dollar gelegen hatte, pendelt der Nvidia-Kurs seit Monaten in einer Spanne, die von 170 bis knapp unter 200 Dollar reicht. Wie es hieß, sind die Erwartungen bei Nvidia bereits hochgesteckt. Der Chipkonzern stehe neuerdings skeptischen Investoren gegenüber, die mehr Beweise dafür fordern, dass Nvidias starkes Umsatzwachstum anhalten wird. Außerdem gab es Stimmen, dass der Ausblick angesichts zurückliegender Wachstumsraten keine deutliche Beschleunigung mehr bedeute. Im Vergleich dazu peilt Nvidia zum Jahresende die 500-Milliarden-US-Dollar-Hürde an.

Laut dem Experten Atif Malik von der Citigroup liegen Bestellungen im Wert von einer Billion Dollar bis Ende 2027 im Rahmen seinen eigenen Erwartungen, aber über dem Marktkonsens. Er schrieb von einem „beruhigenden Gefühl“, dass der Chipkonzern bei Innovationen im Konkurrenzkampf weiter den Takt angebe.

Srini Pajjuri von RBC zeigte sich auch „beeindruckt von der umfassenden Dominanz“ des KI-Chipkonzerns, die sich in den vergangenen Jahren aber schon im Kurs widergespiegelt hat. Wurden die Aktien im Oktober 2022 noch unter 11 Dollar gehandelt, konnten Anleger ihr Geld drei Jahre später bis zum Rekord fast verzwanzigfachen. (dpa)

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