Versandhändler Otto verliert acht Prozent Umsatz

Deutschlands größte Onlineplattform Otto hat im vergangenen Geschäftsjahr Einbußen hinnehmen müssen. Bereichsvorstand Opelt sieht das Hamburger Unternehmen dennoch auf Kurs.

Der Hamburger Online-Versandhändler Otto hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatzrückgang von acht Prozent verbucht. Insgesamt seien rund 4,2 Milliarden Euro erzielt worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das seien etwa 200 Millionen Euro weniger als im Geschäftsjahr 2022/23. Nach eigenen Angaben steht Otto im deutschen E-Commerce-Markt aber dennoch besser da als die Branche insgesamt. So beziffere der E-Commerce-Verband bevh den Umsatzrückgang im deutschen Onlinehandel insgesamt auf 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr zählte das Unternehmen rund 11,7 Millionen Kundinnen und Kunden, davon 2,9 Millionen Neukunden. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Plus von drei Prozent. Die Zahl der Artikel im Shop sei um 26 Prozent auf mehr als 18 Millionen gestiegen, die Zahl der Marktplatzpartner um 33 Prozent auf mehr als 6500. Inzwischen stamme ein Drittel der Plattformumsätze aus dem Marktplatzgeschäft.

Entsprechend seien die kombinierten Umsätze aus dem eigenen Handelsgeschäft und dem Marktplatzgeschäft im vergangenen Jahr auch um etwa zwei Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro gestiegen. «Die leichte Steigerung der Plattformumsätze von Otto trotz anhaltender Krisenstimmung im Einzelhandel stimmt uns vorsichtig optimistisch», sagte der Vorsitzende des Bereichsvorstands, Marc Opelt. Auch wenn das eigene Handelsgeschäft rückläufig sei – die Partnerumsätze seien gestiegen, und auch das eigene Werbegeschäft habe deutlich zugelegt. «In Summe sehe ich uns auf Kurs», sagte Opelt.

Deutschlands größter Onlineshop treibt auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz voran. «Mehr als 100 Expert*innen beschäftigen sich bei Otto mit der Entwicklung von KI-Tools – und das nicht erst seit der Erfindung von ChatGPT», sagte Opelt. Mehr als 65 KI-Tools, davon zehn auf Basis generativer Künstlicher Intelligenz (genAI), seien bereits im Einsatz und erstellten jede Woche mehr als 30 Milliarden Einzelprognosen für den Onlineshop. Genutzt werde KI unter anderem zur automatisierten Erstellung von Artikelbeschreibungen. Zum Vergleich: Die manuelle Beschreibung dauere rund zehn Minuten. In der gleichen Zeit schaffe genAI rund 1500 Artikelbeschreibungen. (dpa)

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