-0.2 C
Flensburg
Donnerstag, Februar 19, 2026

Streik bei Amazon: Sechs Logistikzentren betroffen

Gleich in einem halben Dutzend Warenlagern des Online-Händlers Amazon haben Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand soll je nach Standort zwischen drei und sechs Tagen dauern.

Die Streiks bei Amazon gehen in die nächste Runde. Am Montag wurde bundesweit in sechs Logistikzentren an fünf Standorten des Online-Versandhändlers die Arbeit niedergelegt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Betroffen waren neben dem größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (Hessen) mit zwei Warenlagern auch Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sowie Graben (Bayern). In Leipzig soll nach Verdi-Angaben bis Donnerstagabend, in Graben bis Samstagabend und an den anderen Standorten nur bis Mittwochabend gestreikt werden. Amazon teilte mit, dass der Ausstand keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens für pünktliche Lieferungen habe. Da die Arbeit in Rheinberg und Werne ohne Ankündigung aus dem laufenden Geschäft niedergelegt worden sei und auch bei der Post zusätzlich gestreikt wird, rechnet Verdi aber damit, dass Lieferungen verzögert werden. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich am Montag mehr als 2.000 Beschäftigte am Streik. Laut Amazon waren es hingegen weniger als 1450.

Verdi will für die rund 10.000 Mitarbeiter des Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifstreit sind verhärtet.  Die Gewerkschaft kritisierte, dass es bei Amazon kein Urlaubsgeld und weniger Urlaubstage gebe. Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke sagte: «Amazon-Beschäftigte haben nur 28 Arbeitstage Urlaub, der tarifliche Anspruch wären 30 Tage, und es gäbe ein tarifliches Urlaubsgeld von derzeit 1182 Euro nach hessischem Tarif. Bei dem monatlichen Verdienst, der für die langjährig beschäftigten Versandmitarbeiter in Bad Hersfeld bei 1.950 Euro Brutto liegt, ist es kaum möglich, für eine Urlaubsreise etwas zurückzulegen.» Amazon erwiderte auch hierzu, dass die Löhne oberen Ende dessen lägen, was in vergleichbaren Tätigkeiten üblich sei. «Hinzu kommen Extras: Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratis-Versicherungen, ein Pensions-Fonds und Mitarbeiterrabatte», erklärte Firmensprecherin Anette Nachbar. «Viele der Extras, wie etwa die Mitarbeiteraktien, sind traditionellen Tarifverträgen unbekannt.» (dpa)

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Intershop mit Verlust – Vertrag von Vorstandschef verlängert

Der neue Vorstandschef des Jenaer Softwareanbieters Intershop, Markus Dränert, steht auch für die kommenden drei Jahre an der Spitze des Unternehmens.

Vom Hobby zum Hype: 3D-Sneaker aus Hamburg erobern die Welt

Ein Sneaker-Fan bekommt einfach nicht genug von Turnschuhen. Und weil er's kann, erfindet er einfach den passenden 3D-Drucker. Mittlerweile hat er Hunderte und arbeitet mit großen Stars zusammen.

BSI und Schwarz Digits wollen souveräne Cloud-Lösungen bringen

Hybride Bedrohungen und geopolitische Spannungen machen technologische Unabhängigkeit wichtiger. Eine Behörde und ein Unternehmen wollen zusammen kritische Infrastruktur und die IT sichern.
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE