Erster Paketshop für mehrere Kurierdienste eröffnet

Egal ob Hermes, DPD oder UPS: In einem Einkaufszentrum können sich die Kunden erstmals Pakete von mehreren Dienstleistungsunternehmen abholen oder abgeben.

Egal ob Hermes, DPD oder UPS: In einem Einkaufszentrum in Hamburg-Bergedorf können sich die Kunden Pakete von mehreren Dienstleistungsunternehmen abholen oder abgeben. Der bundesweit erste Paketshop für mehrere konkurrierende Anbieter von Kurier-Dienstleistungen hat nach einer einjährigen Pilotphase am Montag offiziell eröffnet. In dem Laden können die Kunden Pakete der Unternehmen DPD, GLS, Hermes und UPS abholen oder aufgeben, teilte der Center-Betreiber Deutsche Immobilien (DI) Gruppe am Montag mit. Die Post-Tochtergesellschaft DHL sei ebenfalls angesprochen worden, aber zunächst noch nicht dabei, sagte Center-Manager Lutz Müller. Mit dem sogenannten Multi-Label-Paketshop sollen die Kunden einen leichteren Anlaufpunkt erhalten. Es handelt sich nicht um eine automatisierte Packstation, sondern um ein Service-Angebot mit Angestellten, die Pakete entgegennehmen oder ausgeben. Während der Pilotphase habe sich die Kundenfrequenz von zunächst 230 auf 1500 Pakete monatlich gesteigert. Die Kapazität sei noch um einiges größer.

Mit dem Projekt sollen Kurierfahrten mit ihren Auswirkungen auf die Verkehrslage in den Städten, die Luftqualität und die Schadstoffbilanz reduziert werden. Die Center-Manager überlegen bereits, das Angebot auch auf gewerbliche Kunden auszudehnen, zum Beispiel auf Ärzte und Apotheken, die ebenfalls in dem Einkaufszentrum zu finden sind. Das Modell eigne sich bundesweit für innerstädtische Einkaufszentren, aber auch für Fachmärkte an den Stadträndern, sagte der Inhaber der DI-Gruppe, Benedikt Jagdfeld. Die «letzte Meile», die Auslieferung an den Kunden, gehört zu den großen logistischen Herausforderungen für Online-Händler und Dienstleister. «Die Kunden haben höhere Qualitätsansprüche», sagte Carmen Schmidt von der Logistik-Initiative Hamburg. Die pünktliche Belieferung nach Hause ist in Großstädten mit ihren Verkehrsproblemen immer schwieriger geworden. Zudem mangelt es in der Branche an Fahrern, speziell in Spitzenzeiten wie zu Weihachten. Zudem fehlen in den Innenstädten Logistik-Flächen, um größere Mengen zu lagern.

Von vielen verschiedenen Versuchen und Konzepten zur Bewältigung der «letzten Meile» hat sich noch keines als Königsweg erwiesen. Gängig ist der Gebrauch von Kiosken oder kleinen Einzelhandelsgeschäften als Depots, die auch von Kunden genutzt werden können. Andere Versuche sind automatisierte Packstationen, die meist nur einem Anbieter gehören. Der Anbieter Parcellock bietet individuelle Paketkästen an, die mit dem Smartphone gesteuert werden. Ein weiterer sichtbarer Trend ist zudem die Elektrifizierung von Lieferfahrzeugen, um zumindest die Belastung der Luft und durch Lärm zu verringern. (dpa)

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