Conrad Electronic vor Getgoods-Übernahme

Conrad Electronic steht kurz vor der Übernahme der insolventen Getgoods. Eine entsprechende Anmeldung ging jetzt beim Bundeskartellamt ein.

Für den insolventen Online-Händler Getgoods gibt es einen Interessenten: Conrad Electronic will wesentliche Vermögensteile von Getgoods erwerben. Eine entsprechende Anmeldung ging in dieser Woche beim Bundeskartellamt ein, wie der Sprecher der Behörde, Kay Weidner, am Donnerstag in Bonn der Märkischen Oderzeitung bestätigte. Details zum Umfang nannte er nicht. Laut Christoph Möller, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg, sind die Verhandlungen mit Conrad Electronic „weit fortgeschritten“. 

Unternehmen ab einer gewissen Größe sind verpflichtet, geplante Übernahmen beim Bundeskartellamt anzumelden. Die Getgoods.de Vertriebsgesellschaft und die Getgoods.AG hatten Mitte November Insolvenzantrag gestellt. Die Löhne und Gehälter der etwa 200 Mitarbeiter der Gruppe sind durch Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Zuletzt geriet Getgoods in die Schlagzeilen als es eine Razzia gab (ChannelObserver berichtete). Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Unterschlagung von 50 Millionen Euro. Das Unternehmen soll vor der Pleite Mobiltelefone verkauft haben, die ihm nicht gehören. Es geht um 192.000 Mobiltelefone, die bei Getgoods lagerten, aber noch dem Lieferanten Brightstar gehörten. Das Frankfurter Unternehmen soll diese Handys auf eigene Rechnung verkauft haben. Das wäre Unterschlagung und zudem aktienrechtlich relevant, weil Getgoods damit den Verkaufserlös als eigenen Umsatz ausgewiesen hätte.

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