Bitkom: KI treibt Digitalisierung der deutschen Wirtschaft an

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Digitalisierung in Unternehmen, doch viele Firmen kämpfen mit Sorgen und Herausforderungen - fast jedes zweite sieht Risiken für die eigene Existenz.

Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zum wichtigsten Treiber der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft. Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzen bereits 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI-Technologien. Doch trotz dieses Fortschritts bereitet die digitale Transformation vielen Sorgen: Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) hat Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen. Und 13 Prozent sagen sogar: «Die Digitalisierung gefährdet die Existenz unseres Unternehmens.»

Für die Anwender zahlt sich der Einsatz neuer Technologien offenbar aus, lautet ein Ergebnis der repräsentativen Umfrage unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Von den Firmen, die KI bereits nutzen, berichten 77 Prozent von einer verbesserten Wettbewerbsposition, und 52 Prozent verzeichnen immerhin einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg.

«Die deutsche Wirtschaft macht beim KI-Einsatz Tempo», sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Bei KI gehe es nicht nur darum, wer das beste Sprachmodell baue. «Es geht um den Einsatz überall dort, wo Deutschlands Wirtschaft stark ist, etwa in der Industrie, in der Pharmazie oder in der Medizintechnik.»

Datenpotenziale bleiben oft ungenutzt

Von den befragten Unternehmen schätzt die Mehrheit (63 Prozent) die deutsche Wirtschaft im weltweiten Vergleich nur als Mittelmaß ein. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) werten die derzeitige wirtschaftliche Krise auch als Resultat einer zögerlichen Digitalisierung. Ein großes Defizit liegt in der Datennutzung: Rund sechs von zehn Firmen (61 Prozent) schöpfen das Potenzial ihrer vorhandenen Daten bisher kaum oder gar nicht aus.

Investitionsbereitschaft steigt trotz großer Hürden

Als größte Bremsklötze für die Digitalisierung nannten die Firmen die hohen Anforderungen an den Datenschutz (77 Prozent) und den anhaltenden Fachkräftemangel (70 Prozent). Auch intern fehlt es oft an Ressourcen, allen voran an Zeit (66 Prozent) und finanziellen Mitteln (48 Prozent). Dennoch scheint der Wille zur Veränderung zu wachsen: 36 Prozent der Unternehmen wollen im Jahr 2026 mehr Geld in die Digitalisierung investieren als im Vorjahr.

Die Wirtschaft nimmt für einen erfolgreichen Wandel auch die Politik in die Pflicht. 84 Prozent der Befragten fordern, dass die Digitalisierung zur obersten Priorität der Bundesregierung gemacht werden müsse. Die Sorge vor einem Anschlussverlust ist groß: 80 Prozent warnen eindringlich davor, dass Deutschland ohne eine konsequente Digitalisierung wirtschaftlich absteigen wird. (dpa)

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