Die weltweiten Ausgaben von Unternehmen für Künstliche Intelligenz (KI) werden laut dem Marktforschungsunternehmen IDC im Jahr 2026 rund 940 Milliarden US-Dollar erreichen. Bis 2029 soll das Volumen auf 2,1 Billionen US-Dollar steigen. China zählt dabei zu den wachstumsstärksten Märkten.
Auf der Konferenz «IDC Directions 2026» in Peking präsentierte IDC aktuelle Prognosen zur Entwicklung der chinesischen KI- und Digitalwirtschaft. Demnach befindet sich die KI-Branche weltweit in einer neuen Wachstumsphase, die sich zunehmend auf Unternehmensanwendungen, KI-Agenten und intelligente Dienste konzentriert.
Besonders dynamisch entwickelt sich laut IDC der Bereich der sogenannten «Embodied Intelligence», also KI-gestützter Systeme mit physischer Verkörperung wie Robotern. Die Ausgaben in diesem Segment sollen in China von derzeit 1,4 Milliarden US-Dollar auf 77 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Jahren steigen. IDC prognostiziert zudem, dass China bis 2029 zum weltweit größten Robotikmarkt werden könnte.
Auch der Markt für Model-as-a-Service (MaaS) wächst deutlich. IDC erwartet für 2026 rund 40 Billiarden Token-Aufrufe in China. Die Umsätze des Segments sollen bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 1.154,9 Prozent zulegen. Mehr als 60 Prozent der führenden chinesischen Unternehmen haben laut IDC bereits generative KI in zentrale Geschäftsprozesse integriert.
Im Bereich der Rechenleistung gewinnt nach Einschätzung von IDC die Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung. Statt der reinen Rechenleistung rückt die Kennzahl «Tokens pro Watt» in den Fokus. Bis 2027 sollen Inferenz-Anwendungen mehr als 70 Prozent der Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten ausmachen.
Im Rahmen des 15. Fünfjahresplans, der 2026 begonnen hat, setzt China laut IDC auf die Schwerpunkte Geschäftsentwicklung, digitale Souveränität und den Ausbau technologischer Fähigkeiten. Die Ausgaben für digitale Technologien sollen in den kommenden Jahren weiterhin zweistellig wachsen.
Darüber hinaus gewinnt Industrial AI in der chinesischen Industrie an Bedeutung. Unternehmen integrieren KI zunehmend in Produktion, Lieferketten, Betriebsabläufe und Serviceprozesse. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt für KI-fähige Endgeräte weiter. IDC erwartet für 2026 Auslieferungen von rund 900 Millionen Smart Devices in China, was einem Wachstum von etwa 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
IDC ist seit 1986 in China tätig und analysiert die Entwicklung des chinesischen Informations- und Kommunikationsmarktes.


