Der europäische PC-Markt steht in der zweiten Jahreshälfte 2026 unter zunehmendem Preisdruck. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Context führen höhere Kosten für Speicher und weitere Komponenten zu steigenden Verkaufspreisen. Gleichzeitig verlängern Unternehmen teilweise die Nutzungsdauer bestehender Geräte.
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz mit Personal Systems in Europa im Jahresvergleich um 11 Prozent, obwohl die verkauften Stückzahlen zurückgingen. Insgesamt lagen die PC-Verkäufe 1,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Grund für die unterschiedliche Entwicklung waren laut Context zweistellig gestiegene durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs).
Für Mobile Computing erwartet Context im dritten Quartal einen Rückgang der Stückzahlen um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal soll das Minus 20,2 Prozent betragen. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Marktforschungsunternehmen einen Rückgang der Stückzahlen um rund 5 Prozent, während der Umsatz um etwa 6,3 Prozent steigen soll.
Deutlicher fällt die Prognose für Desktop-PCs aus. Nach dem starken kommerziellen Erneuerungszyklus 2025 gingen die Stückzahlen bereits im zweiten Quartal 2026 um 8,7 Prozent zurück. Für das dritte Quartal rechnet Context mit einem Minus von rund 20 Prozent, für das vierte Quartal mit etwa 29 Prozent. Der Desktop-Umsatz soll 2026 aufgrund höherer durchschnittlicher Verkaufspreise dennoch leicht wachsen.
Als wesentlichen Treiber der jüngsten PC-Nachfrage nennt Context das Support-Ende von Windows 10. KI-fähige PCs machen zwar einen wachsenden Anteil der in den Vertriebskanal gelangenden Systeme aus, dies liegt laut Context jedoch vor allem daran, dass entsprechende Funktionen zunehmend zum Standard neuer Geräte werden.
Für den gesamten Personal-Systems-Markt erwartet Context im dritten Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 2 Prozent. Im vierten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027 wird jeweils ein Rückgang um 2 Prozent prognostiziert. Im zweiten Quartal 2027 soll der Umsatz wieder um 1 Prozent steigen.
Marie-Christine Pygott, Senior Analyst bei Context, verweist darauf, dass weiterhin Bedarf für den Austausch älterer Hardware besteht. Steigende Kosten für Speicher und andere Komponenten verteuerten jedoch die Erneuerung der Geräte. Unternehmen könnten deshalb geplante Anschaffungen teilweise verschieben und bestehende Systeme länger einsetzen.





