Milliarden-Deal zwischen Mitel und Polycom geplatzt

Überraschende Wende: UC-Spezialist Mitel wird seinen Konkurrenten Polycom doch nicht, wie eigentlich angekündigt, übernehmen. Statt dessen geht Polycom an einen Finanzinvestor.

Eigentlich wollte der UC-Spezialist Mitel seinen Konkurrenten Polycom für 1,96 Milliarden Dollar kaufen, wie die Unternehmen noch im April bekannt gegeben hatten. Mitel-CEO Richard McBee sollte die neue Organisation, die auf einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Dollar kommen würde, führen. Doch das ist Schnee von gestern: Wie Polycom am Freitag bekannt gab, wird der Merger mit Mitel verworfen. Statt dessen geht der UC-Hersteller überraschend an den Finanzinvestor Siris Capital. Siris zahlt für die Übernahme 12,50 Dollar pro Polycom-Aktie. Das ergibt einen Kaufpreis von insgesamt 2 Milliarden Dollar. Bereits im dritten Quartal 2016 soll die Transaktion abgeschlossen werden. Für den abgeblasenen Merger muss Polycom eine Strafgebühr an Mitel zahlen. Polycom selbst nannte die Höhe der Gebühr in einer entsprechenden Mitteilung nicht, Mitel spricht von 60 Millionen Dollar. Polycom wollte die Gebühr laut Mitteilung bereits gestern beglichen haben.

Die überraschende Wende wirft zahlreiche Fragen auf: Ein gemeinsames Unternehmen aus Mitel und Polycom hätte besser mit größeren Wettbewerbern wie beispielsweise Cisco konkurrieren können. Zudem steht noch nicht fest, wie die Partner der beiden Hersteller auf die geplatzte Fusion reagieren werden. 

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