Experte: KI für kreative Prozesse in Unternehmen nutzen

Künstliche Intelligenz sollte nach Einschätzung eines Experten in Unternehmen noch viel mehr für kreative Prozesse genutzt werden.

Künstliche Intelligenz sollte nach Einschätzung eines Experten in Unternehmen noch viel mehr für kreative Prozesse genutzt werden. KI könne Inspiration bieten, um auf neue Ideen zu kommen, sagte Jörg Dörr, wissenschaftlicher Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern, der Deutschen Presse-Agentur. „Gerade für Inspirationszwecke finde ich KI interessant.“

Bei kreativen Prozessen sei in frühen Phasen zunächst noch nicht ganz so wichtig, ob ein KI-Ergebnis richtig oder falsch sei, erklärte Dörr. Es gehe zunächst einmal darum, neue Wege zu denken. „Die Kunst ist dann, daraus eine sehr gute Idee herauszufiltern.“ Hier sei die Kombination verschiedener KI-Anwendungen denkbar. Eine KI schaffe Ideen, eine andere könne eine erste Bewertung dieser vornehmen.

Effizienz ist nicht alles

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfe es bei der Nutzung von KI oder Software nicht darum gehen, Effizienz um jeden Preis zu steigern. Dörr warnte davor, das Hauptaugenmerk auf einen effizienteren Einsatz von Ressourcen zu legen, wenn dies zulasten der Qualität gehe. „Wir brauchen Qualität und Innovation.“ Dafür gehe es auch um das Bewahren wichtiger Erfahrungen und wichtigen Wissens beispielsweise, wenn ältere Beschäftigte in Rente gingen. Das könne etwa mit Hilfe digitaler Zwillinge erreicht werden.

Voraussetzung für die Entwicklung innovativer Lösungen mit Unterstützung von KI seien verfügbare Daten, sagte Dörr. In der Landwirtschaft sei mit dem im April 2025 gestarteten Projekt zum europäischen Agrar-Datenraum (CEADS) ein erster wichtiger Schritt gegangen worden. Dabei ist das IESE einer der Technologiepartner.

In der Branche fielen in Betrieben zahlreiche Daten etwa zu Flächennutzung, Bewirtschaftung und Pflanzenschutz an. Diese lägen häufig noch in getrennten Systemen, ein Zusammenführen bringe große Vorteile, für Betriebe eine größere Vergleichbarkeit der eigenen Erträge und Kosten. Früher sei es das Paradigma gewesen, dass Hersteller und Betriebe Daten isoliert erfassen und nicht miteinander teilen. Das sei aber ineffizient, sagte Dörr. Der Weg müsse weggehen von Datensilos. (dpa)

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