Der globale 3D-Druckermarkt setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach Angaben von Context verzeichnete das Industriesegment im zweiten Quartal 2026 bereits das vierte Quartal in Folge steigende Stückzahlen gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage nach industriellen Metall-3D-Druckern sowie Geräten der Einstiegsklasse.
Die Umsätze mit industriellen 3D-Druckern, deren Verkaufspreis über 100.000 US-Dollar liegt, erhöhten sich um 40 Prozent. Die Zahl der ausgelieferten Systeme stieg um 25 Prozent. Im Einstiegssegment mit Geräten bis 2.500 US-Dollar wuchsen die Umsätze um 36 Prozent und die Stückzahlen um 23 Prozent.
Im Zwölfmonatszeitraum bis einschließlich Juni 2026 entfielen 49 Prozent des weltweiten 3D-Drucker-Hardware-Umsatzes auf Einstiegsgeräte und 41 Prozent auf industrielle Systeme.
Industrieller 3D-Druck profitiert von steigender Nachfrage
Im Industriesegment sorgten insbesondere Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungsindustrie sowie der Elektronikfertigung für Wachstum. Metall-3D-Drucker machten im zweiten Quartal 75 Prozent des industriellen Hardware-Umsatzes aus. Ihre Stückzahlen stiegen um 36 Prozent, die Umsätze um 51 Prozent.
Regional verzeichneten Nordamerika und China besonders hohe Zuwächse. Die Auslieferungen industrieller Systeme stiegen dort gegenüber dem Vorjahr um 44 beziehungsweise 42 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate betrachtet entfielen 37 Prozent der weltweiten Stückzahlen auf China, 29 Prozent auf Nordamerika und 21 Prozent auf Westeuropa.
Auch europäische Hersteller profitierten von der Entwicklung. Der deutsche Hersteller EOS verzeichnete laut Context ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum, gestützt durch größere Aufträge aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie. Der britische Hersteller Renishaw verdoppelte seine Auslieferungen von Metall-3D-Druckern mit Pulverbettverfahren gegenüber dem Vorjahr.
Mittleres Preissegment bleibt unter Druck
Unterschiedlich entwickelte sich der Markt für Geräte zwischen 2.500 und 100.000 US-Dollar. Im mittleren Preissegment von 20.001 bis 100.000 US-Dollar stiegen die Auslieferungen um acht Prozent und die Umsätze um drei Prozent. Besonders gefragt waren Systeme auf Basis des selektiven Lasersinterns (SLS).
Das professionelle Segment zwischen 2.501 und 20.000 US-Dollar verzeichnete dagegen einen Rückgang. Die Stückzahlen sanken um 13 Prozent, die Umsätze um 24 Prozent. Context führt dies unter anderem auf die Konkurrenz durch leistungsfähigere und günstigere Einstiegsgeräte zurück.
Chinesische Hersteller dominieren das Einstiegssegment
Im Markt für günstige 3D-Drucker bestimmen weiterhin chinesische Hersteller das Geschehen. Bambu Lab, Creality, Elegoo und Anycubic vereinten im zweiten Quartal 2026 insgesamt 87 Prozent der weltweit ausgelieferten Einstiegsgeräte auf sich.
Gleichzeitig sieht Context erste Hinweise auf eine mögliche Marktsättigung. Chinas 3D-Drucker-Exporte stiegen im zweiten Quartal um 58 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr wurden 3,9 Millionen Geräte exportiert. Allerdings bleibt offen, ob die Endkundennachfrage mit den hohen Liefermengen Schritt hält. Zudem belastet der zunehmende Preiswettbewerb einzelne Hersteller. Creality warnte bereits vor negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.




