Bitkom: Digital-Branche wächst in Deutschland gegen den Trend

Der Markt für IT-Produkte, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll dieses Jahr voraussichtlich zulegen, so der Bitkom. Im IT-Markt fallen zwei Segmente zurück.

Während die deutsche Wirtschaft 2020 kaum zulegen dürfte, befindet sich die Digitalbranche laut einer Prognose auf deutlichem Wachstumskurs. Der Markt für IT-Produkte, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik werde dieses Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent auf 172,2 Milliarden Euro zulegen, teilte der Branchenverband Bitkom am Dienstag mit. Die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Segment werde 2020 um 39 000 Jobs steigen und damit erstmals die Schwelle von 1,2 Millionen überschreiten. «Die Geschäftslage ist sehr gut, deutlich besser als in der Gesamtwirtschaft», sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Im internationalen Vergleich verliere Deutschland allerdings weiter an Boden. «China, Indien und die USA geben hier das Tempo vor.» So wachse der Umsatz mit Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) in China um 6,1 Prozent, in Indien um 5,5 Prozent und im weltweitgrößten Markt, den USA, immerhin noch um 3,2 Prozent.

Das Wachstum in Deutschland wird unter anderem vom Fachkräftemangel ausgebremst. Ende 2019 waren nach den Berechnungen des Bitkom insgesamt 124 000 Stellen für IT-Experten unbesetzt, Ende 2018 fehlten nur 82 000 Fachkräfte. Berg appellierte in diesem Zusammenhang dafür, den Zuzug von ausländischen Experten zu erleichtern. «In unserer Branche muss man nicht unbedingt gute Deutschkenntnisse haben, es ist völlig okay, Englisch zu sprechen.» In dem wachsenden IT-Markt fallen zwei Segmente zurück. Die Umsätze mit Unterhaltungselektronik schrumpfen um 7 Prozent. Bei IT-Hardware sinken die Umsätze leicht um 0,4 Prozent. Wachstumsmotor ist das Segment Software (plus 6,4 Prozent), gefolgt von Telekommunikations-Endgeräten (plus 2,5 Prozent) und IT-Dienstleistungen (plus 2,3 Prozent). Um international nicht weiter an Boden zu verlieren, solle Deutschland mehr in Aus- und Weiterbildung investieren, forderte Berg. Zudem müsse Deutschland die beste digitale Infrastruktur in Kommunikation, Verkehr und Energie schaffen. In Staat und Verwaltung müssten Arbeitsabläufe von Grund auf digital angelegt werden. (dpa)

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