So funktionieren Fake-Shops

Durch Fake-Shops verlieren Online-Händler das Vertrauen der Kunden. In unserer Übersicht zeigen wir, wie das Prinzip funktioniert und wie sich der Online-Handel schützen kann.

Es hört sich nach einem echten Schnäppchen an: Internet-Shops bieten Smartphones, Laptops oder Markenschuhe zu besonders günstigen Preisen an. Eine böse Überraschung erlebt der Schnäppchenjäger dann aber, wenn er das Paket auspackt. Oft wird mangelhafte, falsche oder gar keine Ware geliefert. Das Geld ist weg, wenn der Käufer per Vorkasse gezahlt hat. Die Verbraucherzentralen und die Polizei geben Tipps, wie sich Online-Shopper vor Scheinangeboten schützen können.

Wie funktioniert das System der gefälschten Shops? Betrüger imitieren Online-Shops bekannter Markenhersteller – zum Beispiel von Bekleidung, Elektronik oder Schmuck. Sie kopieren Beschreibungen und Bilder, damit die gefälschte Seite möglichst echt aussieht. Die Produkte werden zu billigen Preisen angeboten und locken so Schnäppchenjäger an. Die Kunden geben ihre Adress- und Zahlungsdaten an, zahlen mit ihrer Kreditkarte. Die gewünschte Ware kommt allerdings nie an, ist gefälscht oder minderwertig.

Wie kann ich Fake-Shops erkennen? Die Shops sehen oft täuschend echt aus. Verbraucherschützer und Polizei raten dazu, sich das Impressum genau anzuschauen. Dort müssen die Handelsregister und die Umsatzsteuer-ID-Nummer angegeben sein. Ist nur eine Mailadresse angegeben, ist das Webangebot unseriös. Wenn die Preise dazu übertrieben günstig sind und die Bezahlung nur per Vorauskasse möglich ist, sind das Anzeichen für ein Schein-Portal.

Welche Produkte sind besonders beliebt? Die Warenpalette ist extrem vielseitig. «Das geht querbeet vom topaktuellen iPhone, das beim Händler nicht mehr verfügbar ist, bis zu Markenkleidung und Designerware von Adidas, Puma, Ray-Ban oder Nike», sagt Hans-Joachim Henschel, der beim Landeskriminalamt Niedersachsen zu Prävention von Internet-Kriminalität arbeitet.

Wie oft fallen Käufer auf die Schein-Shops herein? Das Bundeskriminalamt hat im Jahr 2015 in seiner Kriminalstatistik 74.421 Fälle von Warenbetrug im Internet registriert, wozu Fake-Shops zählen. Von allen im Internet begangenen Straftaten macht der Warenbetrug damit rund 30 Prozent aller Delikte aus. Warenbetrug schließt alle Fälle ein, bei denen Käufer um ihre Ware betrogen wurden, die sie bestellt und bezahlt hatten.

Was können ehrliche Online-Händler tun? Durch Fake-Shops verlieren Online-Anbieter nach Angaben des Einzelhandelsverbands HDE das Vertrauen der Kunden. Über 60 Prozent der kleinen und mittelgroßen Online-Händler würden daher ein Gütesiegel nutzen. Das häufigste Siegel ist laut einer Händlerbefragung dasjenige des Unternehmens Trusted Shops. Käufer können die Internetseite des Anbieters dort eingeben und somit überprüfen, ob das Siegel tatsächlich vergeben wurde. Auch der Händlerverband der Internet-Händler vergibt ein Käufersiegel.

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