Übernahme von iBood durch Media/Saturn in der Kritik

Erich Kellerhals, Minderheitsgesellschafter von Media Markt/Saturn, übt scharfe Kritik am Kauf des Etailers iBood. Darüber hinaus gibt er pikante Details aus der Gesellschafterversammlung preis.

Am 16. April gab Media Markt/Saturn (MSH) bekannt, die Mehrheit an der niederländischen Liveshopping-Plattform iBood.com übernommen zu haben. Das Unternehmen wird künftig unter dem Dach der Electronics Online Group (EOG) des Retailers geführt. Jetzt kritisiert MSH-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals, der sich seit Monaten eine Privatfehde mit Pieter Haas, dem stellvertretenden MSH-Geschäftsführer, liefert, die Akquisition scharf: In der MSH-Gesellschafterversammlung vom 15. April 2015 sei der Kauf der «Online-Verlustfirma» iBood auf die Tagesordnung zum Erwerb gesetzt worden, schreibt Kellerhals auf seinerHomepage. Nach ausführlicher Diskussion sei zwischen den Gesellschaftern abgestimmt worden. Die Vertreter der Metro hätten gegen den Erwerb des Unternehmens gestimmt, so Kellerhals weiter. So sei juristisch kein positiver Beschluss zum Erwerb der Firma zustande gekommen.

Pieter Haas hätte den Kauf trotzdem umsetzen wollen und damit ohne Genehmigung der Gesellschafterversammlung gehandelt, argumentiert der Minderheitsgesellschafter. «Hat die Metro AG ihren abgesandten Holländer, Herrn Pieter Haas, nicht mehr im Griff?», fragt Kellerhals provokant. Derzeit beschäftigt iBood 48 Mitarbeiter. Die Community des Unternehmens umfasst 1,4 Millionen Mitglieder in acht europäischen Ländern. Der Online-Händler erwirtschaftete im Jahr 2014 rund 36,4 Millionen Euro Umsatz.

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