Computer rekonstruiert Banknoten

Die Deutsche Bundesbank setzt zur leichteren Rekonstruktion beschädigter Banknoten eine neue, weltweit einmalige Technologie ein.

Die Deutsche Bundesbank setzt zur leichteren Rekonstruktion beschädigter Banknoten eine neue, weltweit einmalige Technologie ein. Die dafür verwendete Software basiert auf einer Technik, die bereits bei der Zusammensetzung von Stasi-Unterlagen verwendet wurde, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Entwickelt wurde der so genannte ePuzzler in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Dabei werden die Banknotenschnipsel eingescannt, der Rechner sucht die passenden Fragmente und setzt sie virtuell zusammen. Die Prüfung beschädigter Scheine habe bislang «einem mühseliges Puzzle geglichen. Die Teile mussten per Hand zusammengesetzt werden», berichtete Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann.

Die Bundesbank ersetzt beschädigte Scheine und Münzen, sofern diese nicht vorsätzlich zerstört wurden. In ihrem Nationalen Analysezentrum in Mainz gehen pro Jahr etwa 30 000 Anträge dafür ein. Betroffen sind etwa eine Million Banknoten, einschließlich Schäden durch Wasser, Feuer oder Verfärbungen. Eingesetzt wird der ePuzzler, der auch winzige Banknotenschnipsel bis zu 2 Quadratmillimeter erkennen kann, vor allem bei komplizierten Fällen. So gingen beispielsweise bei der Bundesbank beschädigte Scheine im Wert von 400 Euro ein. Ein Kind hatte mit dem Geld gespielt und die Banknoten in Stücke gerissen. Im Einzelfall liegt die Zeitersparnis durch den ePuzzler bei bis zu 50 Prozent. «Die Zeitersparnis steigt exponentiell mit der Zahl der Fragmente», erläuterte Sven Bertelmann, Leiter des nationalen Analysezentrums der Bundesbank. Die Technologie ist nach Angaben des Fraunhofer-Instituts weltweit einzigartig. (dpa)

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