Bitkom: Unternehmen tun sich mit Künstlicher Intelligenz schwer

Nur jede zweite Firma in Deutschland ab 20 Mitarbeitern sieht KI als Chance für sich selbst.

Die Unternehmen in Deutschland schätzen mit großer Mehrheit die Künstliche Intelligenz als wichtigste Zukunftstechnologie ein, doch nur jede zweite Firma ab 20 Mitarbeitern sieht KI als Chance für sich selbst. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die der Branchenverband Bitkom am Montag in Berlin vorgestellt hat. Danach plant nur jedes siebte Unternehmen für das laufende Jahr mit Investitionen in diesem Bereich. Bei der repräsentativen Umfrage sagten sechs Prozent der Befragten, dass sie im Unternehmen KI selbst einsetzen. Jede fünfte Firma (22 Prozent) plant die KI-Nutzung oder diskutiert darüber. Vor einem Jahr fiel der Anteil mit zwei Prozent KI-Nutzern und neun Prozent, die planen oder diskutieren, noch deutlich niedriger aus.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, Deutschland habe bei Künstlicher Intelligenz kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. «In den Unternehmen gibt es einen breiten Konsens über die herausragende Bedeutung der Technologie für die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Aber die Mehrheit tut sich schwer damit, dieses Wissen für das eigene Geschäft zu nutzen.» So gebe es beispielsweise in den Bereichen Logistik oder bei der vorhersehbaren Wartung von Maschinen große Potenziale, die mit Hilfe von KI gehoben werden könnten. Jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) sieht der Umfrage zufolge KI als eine Gefahr für das eigene Unternehmen, 17 Prozent sehen sogar ihre Existenz bedroht. Und 8 von 10 Unternehmen (81 Prozent) erwarten, dass ausländische Digitalunternehmen durch ihre führende Stellung bei KI zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz deutscher Kernindustrien wie etwa der Automobilbranche werden. Berg sagte, die große Stärke von Künstlicher Intelligenz sei, auch monotone Aufgaben ohne jede Ermüdungserscheinung erledigen zu können, etwa bei der Überprüfung von Werkstoffen oder der Analyse von Röntgenbildern. So könnten menschliche Fehler vermieden und Mitarbeiter entlastet werden. (dpa)

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