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Samstag, Februar 14, 2026

Aktie: Bechtle fallen wegen Ausblick

Die Aktie von Bechtle hat zum Wochenstart an ihre Talfahrt vom Freitag angeknüpft. Nach wie vor belasten unsichere Geschäftsaussichten das Papier des IT-Dienstleisters aus Neckarsulm.

Die Aktie von Bechtle hat zum Wochenstart an ihre Talfahrt vom Freitag angeknüpft. Nach wie vor belasten unsichere Geschäftsaussichten das Papier des IT-Dienstleisters aus Neckarsulm, während der britische Konkurrent Computacenter laut der UBS damit rechnet, etwaige Herausforderungen aufgrund von Engpässen bewältigen zu können.

Die Analysten der Deutschen und der DZ Bank beurteilten das Schlussquartal von Bechtle zwar positiv. Sie reagierten aber mit Kurszielsenkungen auf die vorsichtigen Aussagen von Vorstandschef Thomas Olemotz zum neuen Jahr, auch wenn sie bei ihren Kaufempfehlungen für die Aktie blieben.

Während der MDax um die Mittagszeit seine Aufwärtsbewegung fortsetzte, ging es für Bechtle mit minus 2,6 Prozent auf 37,02 Euro weiter in Richtung des Kurses vom 13. November. Also jenem Tag vor der Zahlenvorlage zum dritten Quartal, die damals eine Kurslücke nach oben hatte entstehen lassen.

Vor rund einem Vierteljahr kostete das Papier 35 bis 36 Euro, bevor der Kurs einen Tag später dank eines überraschend starken Quartalsberichts und optimistischer Aussagen zum restlichen Jahr um 15 Prozent nach oben katapultiert wurde. Zwei Wochen später stieg er sogar noch etwas höher, als Anleger begeistert auf anziehende Geschäfte des MDax-Unternehmens mit der öffentlichen Hand reagierten. Seitdem hatten sich die Anteilsscheine zwischen 41 und 45 Euro bewegt, aus der sie am Freitag jedoch nach unten ausgebrochen waren.

Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank geht davon aus, dass Bechtle 2026 ergebnisseitig wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Er rechnet aber damit, dass nach den bereits vorsichtigen Aussagen des Konzernchefs die konkrete Prognosespanne im März dann auch konservativ ausfallen werden. So habe Olemotz von weiterhin „herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ sowie „deutlichen Preiserhöhungen der Hersteller“ und „möglichen Lieferschwierigkeiten“ gesprochen.

Entsprechend verringerte Reigber seine Schätzungen und senkte den fairen Wert für die Aktie von 49 auf 45 Euro. Für den Umsatz rechnet der DZ-Bank-Experte mit einem Prognosekorridor von plus 5 bis 10 Prozent. Beim Vorsteuerergebnis erwartet er wie 2025 eine vorsichtige Prognose und eine Steigerung zwischen 0 bis plus 5 Prozent und geht daher von einer sinkenden Konsensschätzung aus, da diese noch bei plus 15 Prozent liege.

Deutsche-Bank-Analyst Lars Vom-Cleff lobte das Rekordquartal, über das Bechtle am Freitag berichtet habe, betonte aber ebenfalls die „vorsichtige Haltung“ des Vorstandschefs zum neuen Jahr. Zwar rechne Bechtle weiter mit Wachstum beim Umsatz und dem Geschäftsvolumen, scheine aber die Erwartung an das Vorsteuerergebnis dämpfen zu wollen, schrieb er und senkte sein Kursziel von 49 auf 48 Euro.

Mit dem Kursrutsch der Aktie – inklusive Freitag sind es nun rund zwölf Prozent – hat sich auch das Chartbild für Bechtle wieder erheblich eingetrübt. Die Aktie, die seit Jahresbeginn immer wieder um 21-Tage-Durchschnittslinie für den kurzfristigen Trend bei rund 43 Euro gekämpft hatte, ist von dieser inzwischen wieder weit entfernt. Zugleich sackte sie auch unter die 90-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend und die 200-Tage-Linie, die als Maß für die langfristige Entwicklung gilt. (dpa)

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