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22.10.2012 | Roadtrip, Distribution

Roadtrip: EMS in Flensburg

Superschnell, aber gewöhnungsbedürftig

Roadtrip: Eine Reise durch Deutschland mit Zwischenstopp bei IT-Fachhändlern. Erste Station bei Erwin Pape von EMS in Flensburg. Über Festplatten für die Kripo, erste Tests von Windows 8 und gute Geschäfte mit Used IT.


Von: Markus Reuter

Erwin Pape vor einem selbst assemblierten PC: Fairness, keine schnellen Geschäfte

Der kommende Freitag ist der offizielle Verkaufsstart von Windows 8 in Deutschland. Microsoft-Partner Erwin Pape von EMS in Flensburg ist bereits seit Wochen am Testen: „Die Kunden kommen ja schnell mit ihren Problemen. Da muss ich das neue System gut kennen“, so Pape. Sein erstes Fazit: „Superschnell, aber gewöhnungsbedürftig.“ Seit Windows 95 sei der Startknopf des Betriebssystems unten links zu finden gewesen. Das fehle auf einmal und würde mit Sicherheit den einen oder anderen Kunden verunsichern. „Die Umstellung ist generell zu groß“, so Pape.

Die Betriebssysteme von Microsoft spielt Erwin Pape auf seine selbst assemblierten Desktops. Ein Schwerpunkt seines Geschäfts für eine Zielgruppe von Gamern und Kunden, die eine gute Bild- und Videobearbeitung benötigen. „Spar noch ein bischen und dann gebe ich dir in zwei Monaten einen richtig guten PC“, rät Pape schon einmal einem jungen Gamer, bei dem das Taschengeld noch nicht für das richtige System reicht. Sein Motto: Fairness, nicht die schnellen Geschäfte. 

Seine hochwertigen Systeme werden beispielsweise mit Gehäusen von PC Cooling und Komponenten von AS Rock, Gigabyte und Asus gebaut. „Server assembliere ich nicht selber, die bestelle ich bei B.Com“, betont Pape. In seinem Ladengeschäft demonstriert er, wie schnell die Systeme hochfahren. Das würde Wunder wirken, versichert der Flensburger. 

Doch EMS assembliert auch für Geschäftskunden Desktops: Für eine großere Optikerkette lieferte die Firma beispielsweise sämtliche PCs. Sogar die Kripo Flensburg gehört zur Kundengruppe des Familienunternehmens: „Wenn die mal eine größere Menge Daten sichern müssen, kommen die zu mir und holen sich einige Festplatten ab“, schmunzelt Pape. 

Neben selbst gefertigen Rechnern setzt EMS auf gebrauchte Notebooks und Desktops. Diese kommen von Distributor Powertech Electronics. „Die habe ich erst auf diese Geschäftsidee gebracht. Bei Used IT sind die Margen einfach höher“, weiß Pape. Im Angebot hat er Business-Notebooks von Lenovo oder Fujitsu. 

Sogar Hausbesuche führt der Unternehmer durch: Bei älteren Kunden, die nicht mehr mobil sind, holt er den Computer ab, repariert ihn und bringt ihn wieder funktionstüchtig zurück. Und das für eine Pauschale von 15 Euro. „Da ist das Taxi ja teurer. Hinzu kommen natürlich noch die Reparaturkosten. Die älteren Menschen brauchen Hilfe, die lasse ich nicht allein im Regen stehen.“

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Ein selbst assemblierter PC für Gamet
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EMS in Flensburg. Zum Hafen ist es nicht weit. Und bei "Ben" gibt es die besten Fischbrötchen in Flensburg. Mindestens.
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Grafikkarte zum Einbauen
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Überhaupt sei er viel mit Reparaturen beschäftigt. Über 200 Kunden seien in diesem Jahr mit defekten Notebooks zu ihm gekommen. Häufig seien Viren der Auslöser, sehr oft der Bundestrojaner. 

Bessere Zeiten hat EMS auch schon erlebt, aber Spaß an seinem Job hat Erwin Pape immer noch: „Wir waren hier auch schon einmal zu viert. Aber die IT-Branche läuft nicht mehr wie früher. Aber auch damals wollten die meisten Kunden mit mir sprechen. Ich habe halt einen guten Draht zu Menschen“, so Pape. Und das muss man ihm einfach glauben.


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